Der Kreml hat eingeräumt, dass die eigenen Ziele in der Ukraine noch nicht erreicht sind. „Deshalb geht die militärische Spezialoperation weiter“, sagte Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag. Man sei aber bereit, eine diplomatische Lösung bei den Verhandlungen zu finden.
Die russische Führung verlangt etwa, dass Kiew seine Truppen auch aus jenen Teilen abzieht, die unter ukrainischer Kontrolle stehen. Weitere Forderungen sind unter anderem ein Verzicht auf einen NATO-Beitritt, eine Demilitarisierung sowie der Schutz russischsprachiger Bürgerinnen und Bürger in der Ukraine. Der Kreml wirft dem Nachbarland vor, Menschenrechte wie das Recht auf Religionsfreiheit zu verletzen. Man habe die Bedingungen auf den Tisch gelegt, sie seien hinreichend bekannt, sagte Peskow.
Der Konflikt sei inzwischen zu einer Konfrontation mit dem Westen geworden, der das „Ziel einer Zerstörung“ Russlands verfolge, behauptete er. Aufhorchen ließ er am Dienstag auch mit einer Bemerkung, dass Frankreich und Großbritannien der Ukraine Atomwaffen zur Verfügung stellen könnten, um ein Druckmittel gegen Russland zu haben. Dabei berief sich Peskow auf eine Mitteilung des russischen Auslandsgeheimdiensts. Die Ukraine hatte Atomwaffen auf ihrem Gebiet nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion abgegeben. Nach Beginn des Kriegs vor vier Jahren wurde dieser Schritt öffentlich bedauert.
So sieht es an der Front aus
Sollte das Land im Krieg eine Nuklearbombe erhalten, würden sowohl die Ukraine als auch die beteiligten Länder eine „symmetrische Antwort erhalten“, drohte der Sprecher der russischen Führung. Die Behauptung sei nicht wahr, sagte Großbritanniens Premierminister Keir Starmer. Der russische Präsident Wladimir Putin wolle nur von seinen Handlungen in der Ukraine ablenken.
Die ukrainische Armee befindet sich bereits seit Herbst 2023 auf einem langsamen Rückzug. Die ukrainische Kursk-Offensive bis Frühling 2025 und Drohnenangriffe auf Raffinerien in Russland konnten den Trend nicht umkehren. Zuletzt wurde die Rückeroberung von Hunderten Quadratkilometern Boden gemeldet. Dabei dürfte die Abschaltung der Starlink-Satellitenkommunikation für Russland behilflich gewesen sein. Knapp ein Fünftel der Ukraine ist inzwischen russisch kontrolliert. Westliche Waffenlieferungen kommen laut Kiew stets zu wenig und verspätet ins Land.
Im Jänner 2026 begannen erstmals wieder Friedensgespräche zwischen Vertreterinnen und Vertretern Russlands und der Ukraine unter Vermittlung der USA. Laut ukrainischen Angaben sollen die Verhandlungen womöglich noch diese Woche in Genf wieder aufgenommen werden. Mit einem Durchbruch wird nicht gerechnet. Zuletzt einigte man sich nur auf einen Austausch von Kriegsgefangenen.
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