„Geht deshalb weiter“

Das will der Kreml in der Ukraine noch erreichen

Außenpolitik
24.02.2026 15:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Kreml hat eingeräumt, dass die eigenen Ziele in der Ukraine noch nicht erreicht sind. „Deshalb geht die militärische Spezialoperation weiter“, sagte Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag. Man sei aber bereit, eine diplomatische Lösung bei den Verhandlungen zu finden.

Die russische Führung verlangt etwa, dass Kiew seine Truppen auch aus jenen Teilen abzieht, die unter ukrainischer Kontrolle stehen. Weitere Forderungen sind unter anderem ein Verzicht auf einen NATO-Beitritt, eine Demilitarisierung sowie der Schutz russischsprachiger Bürgerinnen und Bürger in der Ukraine. Der Kreml wirft dem Nachbarland vor, Menschenrechte wie das Recht auf Religionsfreiheit zu verletzen. Man habe die Bedingungen auf den Tisch gelegt, sie seien hinreichend bekannt, sagte Peskow.

Der Konflikt sei inzwischen zu einer Konfrontation mit dem Westen geworden, der das „Ziel einer Zerstörung“ Russlands verfolge, behauptete er. Aufhorchen ließ er am Dienstag auch mit einer Bemerkung, dass Frankreich und Großbritannien der Ukraine Atomwaffen zur Verfügung stellen könnten, um ein Druckmittel gegen Russland zu haben. Dabei berief sich Peskow auf eine Mitteilung des russischen Auslandsgeheimdiensts. Die Ukraine hatte Atomwaffen auf ihrem Gebiet nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion abgegeben. Nach Beginn des Kriegs vor vier Jahren wurde dieser Schritt öffentlich bedauert.

Der Kreml hält es für möglich, dass Frankreich und Großbritannien dem Kriegsgegner Atomwaffen ...
Der Kreml hält es für möglich, dass Frankreich und Großbritannien dem Kriegsgegner Atomwaffen liefern.(Bild: APA/AFP)
Demnächst soll wieder unter US-Vermittlung in Genf verhandelt werden.
Demnächst soll wieder unter US-Vermittlung in Genf verhandelt werden.(Bild: EPA/CYRIL ZINGARO)

So sieht es an der Front aus
Sollte das Land im Krieg eine Nuklearbombe erhalten, würden sowohl die Ukraine als auch die beteiligten Länder eine „symmetrische Antwort erhalten“, drohte der Sprecher der russischen Führung. Die Behauptung sei nicht wahr, sagte Großbritanniens Premierminister Keir Starmer. Der russische Präsident Wladimir Putin wolle nur von seinen Handlungen in der Ukraine ablenken.

Die ukrainische Armee befindet sich bereits seit Herbst 2023 auf einem langsamen Rückzug. Die ukrainische Kursk-Offensive bis Frühling 2025 und Drohnenangriffe auf Raffinerien in Russland konnten den Trend nicht umkehren. Zuletzt wurde die Rückeroberung von Hunderten Quadratkilometern Boden gemeldet. Dabei dürfte die Abschaltung der Starlink-Satellitenkommunikation für Russland behilflich gewesen sein. Knapp ein Fünftel der Ukraine ist inzwischen russisch kontrolliert. Westliche Waffenlieferungen kommen laut Kiew stets zu wenig und verspätet ins Land.

Im Jänner 2026 begannen erstmals wieder Friedensgespräche zwischen Vertreterinnen und Vertretern Russlands und der Ukraine unter Vermittlung der USA. Laut ukrainischen Angaben sollen die Verhandlungen womöglich noch diese Woche in Genf wieder aufgenommen werden. Mit einem Durchbruch wird nicht gerechnet. Zuletzt einigte man sich nur auf einen Austausch von Kriegsgefangenen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung