Die US-Armee hat eigene Angaben zufolge mehrere iranische Minenleger-Schiffe nahe der Straße von Hormus im Persischen Golf zerstört. Die Meerenge ist der weltweit wichtigste Engpass, da durch ihn rund ein Fünftel der globalen Erdöl- und Flüssiggas-Transporte läuft.
US-Präsident Donald Trump sprach zunächst von zehn zerstörten Schiffen, später erklärte das US-Militärkommando, die Zahl sei auf 16 gestiegen. Die iranischen Revolutionsgarden hatten zuvor gedroht, bis zum Ende des Iran-Krieges keine Ölexporte aus der Region an Verbündete der USA und Israels zu erlauben.
„Nicht ein Liter Öl wird fließen“
Ein iranischer Militärsprecher erklärte, „nicht ein Liter Öl“ werde die wichtige Wasserstraße passieren können und gedroht, jedes Schiff und jede Ölladung in der Straße von Hormus werde vom Iran angegriffen.
Spritpreise in Österreich gestiegen
An die USA gerichtet sagte der Militärsprecher: „Ihr solltet wissen, dass ihr den Öl- und Energiepreis nicht künstlich niedrig halten könnt. (...) Rechnet mit einem Preis von 200 Dollar (170 Euro) pro Barrel, denn der Ölpreis hängt von der Sicherheit der Region ab – und ihr seid die Quelle dieser Unsicherheit“, erklärte er. Der Ölpreis war zuletzt vorübergehend auf 100 Dollar (rund 86 Euro) pro Barrel gestiegen und hatte die Spritpreise in Österreich steigen lassen.
In seinem Onlinedienst Truth Social hatte Trump die iranische Führung am Dienstag davor gewarnt, die Straße von Hormus zu verminen. „Sollten aus irgendeinem Grund Minen gelegt worden sein und diese nicht umgehend entfernt werden, werden die militärischen Konsequenzen für den Iran ein Ausmaß erreichen, wie es noch nie zuvor zu sehen war“, schrieb er.
Seit Beginn des Krieges Ende Februar wurden dort mehrfach Öltanker und Frachtschiffe angegriffen. Zudem sorgten die Revolutionsgarden für die Sperrung der für den Ölhandel wichtigen Meerenge. Am Mittwoch wurden drei Schiffe von unbekannten Geschossen getroffen und beschädigt – alle vermutlich durch iranische Angriffe.
Drei Schiffe in der Meerenge beschossen
Ein unbekanntes Geschoss habe ein Frachtschiff in der Meerenge getroffen und einen Brand ausgelöst, meldete die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) am Mittwoch. Vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate wurden zudem zwei Massengutfrachter getroffen.
Die Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht, reklamierten zwei der Angriffe auf Schiffe im Meer vor der Südküste für sich. Das Containerschiff Express Rome, das nach iranischer Darstellung in israelischem Besitz ist und unter liberianischer Flagge fährt, sei nach Warnungen beschossen und gestoppt worden. Auch der Frachter Mayuree Naree unter Flagge Thailands sei attackiert worden, nachdem er „Warnsignale und Aufforderungen“ missachtet habe, hieß es in einer im staatlichen Rundfunk veröffentlichten Erklärung.
Noch keine Begleitschutz durch US-Marine
US-Energieminister Chris Wright hatte am Dienstag über einen angeblich erfolgreichen Geleitschutz der US-Marine für einen Öltanker durch die Straße von Hormus berichtet. Die zuvor stark gestiegenen Ölpreise gingen daraufhin weltweit auf Talfahrt.
Kurz darauf musste die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, allerdings zurückrudern: Die US-Marine habe „bislang keinen Tanker oder ein anderes Schiff eskortiert“, sagte sie in Washington.
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