Lernen für das Leben

Was frühe Musikerziehung den Kindern bringt

Kärnten
28.02.2026 13:01
Porträt von Kärntner Krone
Von Kärntner Krone

Die Musikschulen in Kärnten bieten mehrere Möglichkeiten der frühen Musikerziehung. Viktoria Tanzer-Marold leitet die Kurse in St. Kanzian und erklärt, was Kinder vom Klatschen und Singen für das Leben lernen können.

Klatschen, patschen, stampfen: Sogar Einjährige können schon an Kursen der Kärntner Musikschulen teilnehmen. Sie wachsen so spielerisch mit Rhythmus und Melodie auf und werden zu kleinen Musikprofis ausgebildet, bevor sie überhaupt einen Fuß in die Schule setzen.

Elementare Musikerziehung
Im Kurs „musik.entdecken“ geht es darum, den Kindern das Taktgefühl zum Beispiel durch Bewegungen zu einem Rhythmus näherzubringen. In der wöchentlichen Einheit von 40 Minuten durchlaufen die Kinder mit den Eltern ein Elf-Punkte-Programm. Im Regelfall liegt das Einstiegsalter bei einem bis eineinhalb Jahren. Maximal neun „Zwerge“ nimmt Viktoria dabei in ihren Kurs auf. „Sie singen, bevor sie reden können“, lacht die Leiterin.

„Spiel‘ dein Instrument genau dann, wann es gespielt werden soll“ lautet das Motto und Ziel des nächsten Kurses „musik.erforschen“. Zehn bis zwölf Kinder ab einem Alter von drei Jahren lernen dann mehr über Takt, Melodie und Töne. Mitmachen darf jeder, der sich auch ohne Mama oder Papa auf eine Musik-Reise begeben will.

Viktoria Tanzer-Marold ist selbst Musikerin und Mama.
Viktoria Tanzer-Marold ist selbst Musikerin und Mama.(Bild: Elisabeth Nachbar)

Im Rahmen der „musik.experimente“ probieren die Kinder verschiedenste Instrumente aus. Außerdem komponieren sie mit der Blockflöte schon kleine Stücke und werden mit dem Melodiediktat auf die Musikschule optimal vorbereitet. Das Erlernen eines Instruments fällt ihnen später in der Regel leichter.

Die Musikschule als Ort des Entdeckens
Ziel der Kurse ist es, die Kinder nicht nur optimal für die Musikschule vorzubereiten und sie für ein Instrument zu begeistern. „Jedes Kind kennt nur Klavier und Gitarre. Vielleicht noch Block- oder Querflöte, aber das war’s. Wir zeigen ihnen alle Instrumente, die es an der Musikschule gibt“, erklärt Musikschullehrerin Viktoria Tanzer-Marold. Neben dem Wissen über Musik erlernen die Kinder auch sprachliche und motorische Fähigkeiten. Diese tragen positiv zur Entwicklung bei.

Beim Hin- und Herwiegen wird das Metrum gelernt, was gerade beim Sprechenlernen Vorteile bringt.
Beim Hin- und Herwiegen wird das Metrum gelernt, was gerade beim Sprechenlernen Vorteile bringt.(Bild: Elisabeth Nachbar)

Viktoria selbst hat zwei musikalische Kinder und unterrichtet Querflöte in der Musikschule in Bad Eisenkappel. Zusätzlich leitet sie die Kurse am Standort in St. Kanzian am Klopeiner See. „Ich liebe diesen Unterricht trotz der aufwendigen Vorbereitung“, schwärmt sie von der Arbeit mit den Kleinen.

Sie lernen für das Leben
Das Unterrichten birgt aber auch Herausforderungen: Die Aufmerksamkeitsspanne der jungen Schüler zum Beispiel wird laut Studien immer kürzer. „Das merkt man total. Die Aufmerksamkeit ist nach drei Sekunden weg“, erklärt Viktoria. Den Unterricht spannend zu gestalten und damit die Konzentration der Kinder zu binden – das ist die große Kunst.

Die erlernten Fähigkeiten machen sich zudem im Schulalltag bemerkbar. „Alle Kinder, die eine instrumentale Ausbildung haben, tun sich in der Schule leichter, weil sie auch die Koordination ihrer beiden Gehirnhälften trainieren“, bestätigt die Musikschullehrerin. Auch wenn die Kinder es in ihrem jungen Alter noch nicht wissen: Sie lernen mehr, als nur das Metrum zu halten. Sie lernen für das Leben.

Marie Komposch, Kärntner Krone

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