Treffen im Kugelhagel
Geliebte brachte Drogenboss „El Mencho“ zu Fall
Ein geheimer Besuch bei seiner Geliebten wurde dem einst meistgesuchten und nun getöteten Drogenboss „El Mencho“ in Mexiko zum Verhängnis. Neue Details der Behörden legen nahe, dass nicht ausgefeilte Technik, sondern ein privater Moment den entscheidenden Hinweis lieferte. Unterdessen kehrt nach den Unruhen langsam wieder der Alltag ein.
Wie nun neue Details offenbaren, verfolgten die mexikanischen Behörden eine Geliebte des Kartellchefs bis zu einem Versteck nahe der Bergstadt Tapalpa im Bundesstaat Jalisco. Verteidigungsminister Ricardo Trevilla Trejo erklärte auf einer Pressekonferenz, die entscheidenden Informationen zur Ortung von Nemesio Rubén Oseguera Cervantes, bekannt als „El Mencho“, seien über diese Beziehung gewonnen worden.
Soldaten umstellten Versteck im Wald
Der 59-Jährige, Anführer des Jalisco New Generation Cartel (CJNG), wurde am Sonntag bei einem Militäreinsatz getötet. Als Soldaten sein Versteck umstellten, eröffneten Leibwächter das Feuer. Ein Hubschrauber musste notlanden. „El Mencho“ floh in ein Waldstück, wurde verwundet und festgenommen, starb jedoch auf dem Transport zur medizinischen Versorgung nach Mexiko-Stadt. Neben ihm kamen sieben seiner Männer ums Leben, mehrere Soldaten wurden verletzt.
Ex-Frau galt als zentrale Figur des Netzwerks
Die Rolle der Geliebten rückt nun in den Fokus, weil sie laut Behörden den entscheidenden Zugriff ermöglichte. Währenddessen ist das Schicksal seiner Ex-Frau Rosalinda González Valencia, genannt „La Jefa“, unklar. Sie galt als zentrale Figur im finanziellen Netzwerk des Kartells und war mehrfach festgenommen worden. Seit ihrer vorzeitigen Haftentlassung im Februar 2025 wegen „guten Verhaltens“ ist ihr Aufenthaltsort unbekannt.
Tod löste massive Welle an Gewalt aus
Der Tod des Kartellchefs löste eine massive Welle der Gewalt aus. Bewaffnete blockierten Straßen, steckten Fahrzeuge in Brand und lieferten sich Gefechte mit Sicherheitskräften, insbesondere in Jalisco und Michoacán. Sicherheitsminister Omar García Harfuch zufolge starben bei den anschließenden Auseinandersetzungen 25 Mitglieder der Nationalgarde sowie 34 Bewaffnete; Dutzende Menschen wurden festgenommen.
Die US-Regierung hatte eine Belohnung von 15 Millionen Dollar für Hinweise zur Ergreifung „El Menchos“ ausgesetzt und unterstützte die Operation mit Geheimdienstinformationen. Der Schlag gegen den Kartellchef gilt als einer der schwersten gegen das organisierte Verbrechen in Mexiko seit Jahren.
Nach Unruhen kehrt langsam Ruhe ein
Berichte über verletzte Ausländer liegen nicht vor. Auch die Sicherheit der betroffenen Gebiete wurde wiederhergestellt. Nur vereinzelt kam es noch zu Zwischenfällen.
Die Tötung von „El Mencho“ ist der bedeutendste Schlag gegen die mexikanischen Drogenkartelle seit der Festnahme der Drogenbosse Joaquín „El Chapo“ Guzman und Ismael „El Mayo“ Zambada, die in den USA in Haft sitzen. Das Kartell des 59-Jährigen war nach der Auslieferung von „El Chapo“ und „El Mayo“ an die USA zum mächtigsten seines Landes aufgestiegen. „El Mencho“ forderte den Staat offen heraus.










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