Die Zeit drängt

70.000 wollen Verfall des Prunkhotels stoppen

Kärnten
21.02.2026 18:00

Seit Wochen gibt es erneut Unruhe um das baufällige Schlosshotel Wörthersee (Kärnten). Angeblich wird ein Abbruchantrag vorbereitet. Der gehe nie durch, hoffen Architekturfreunde. Das 130 Jahre alte Architekturjuwel verfällt bereits. 70.000 Menschen stimmten online für die Rettung des Juwels. Springt das Land ein?

Seit Wochen gibt es es wieder Sorge um das baufällige Schlosshotel Wörthersee. Viele Kärntner starten Aufrufe, um das rund 130 Jahre alte Architekturjuwel vor dem Verfall zu retten. Auch Stadtführer Horst Ragusch ist ein Fan der prägenden Wörthersee-Architektur. „Ich fahre seit bald fünf Jahrzehnten täglich daran vorbei. Der Verfall ist traurig. Es ist eines der schönsten Gebäude vom Wörthersee.“ Gut 70.000 Menschen stimmten nun online innerhalb kürzester Zeit für eine Rettung des Juwels.

Die Balkone brechen schon herunter.
Die Balkone brechen schon herunter.(Bild: Hannes Mößlacher)
Das Dach verfällt, dazu regnet es rein.
Das Dach verfällt, dazu regnet es rein.(Bild: Hannes Mößlacher)

„Ein Abbruchantrag wird angeblich vorbereitet. Das Hotel steht aber in öffentlichem Interesse, der ideelle Wert ist riesig. Darum geht der Antrag nie durch“, sagt Sabine Biedermann vom Verein zur Rettung des Hotels Wörthersee. „Obwohl bereits Balkone brechen und es hineinregnet, ist der Schlosshotel-Komplex für die Architekten sanierbar.“

Das 130 Jahre alte Schlosshotel in der Wörthersee-Ostbucht zerfällt zusehends.
Das 130 Jahre alte Schlosshotel in der Wörthersee-Ostbucht zerfällt zusehends.(Bild: Hannes Mößlacher)

Kaufpreis soll 1,7 Millionen Euro betragen
Das denkmalgeschützte Hotel soll um 1,7 Millionen Euro zu kaufen sein. 2016 hatte es der polnische Investor und Baulöwe Marcin Wolski um 900.000 Euro erworben.

„Im Normalfall sollte so ein Architekturjuwel das Land Kärnten kaufen“, sagt Architekt Heimo Kramer. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei von der Wiener Staatsoper nur noch die Stiege gestanden. „Heute ist sie eines der schönsten Opernhäuser der Welt – auch sie wurde bereits mehrfach renoviert.“

Staatsoper und Grandhotel sind Vorbilder
Ein weiteres Beispiel nennt Kramer aus Südtirol: das Hotel Toblach. „Als die Südbahn 1857 den Betrieb aufnahm, führte sie von Wien nach Toblach. Dort stand das Südbahnhotel, das ebenso baufällig wurde. Es wurde von der Region gekauft, renoviert und ist heute sogar ein gut gehendes Grand-Hotel.“

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Die Landesabgabe zur ORF-Gebühr macht in Kärnten jährlich zwölf Millionen Euro aus. Mit einem Teil davon könnte das Land das Hotel kaufen und mit Liebe sanieren

Sabine Biedermann, Verein zur Rettung des Hotels Wörthersee

Viele Experten appellieren an das Land Kärnten: „Die Zeit rennt. Die Außenhülle muss laut Denkmalschutz erhalten bleiben, innen kann es aber verändert werden“, sagen Architekten. Auch Sabine Biedermann als Obfrau des Vereins Rettet das Hotel Wörthersee hofft auf Hilfe vom Land Kärnten.

Von ORF-Landesabgabe Hotel kaufen und sanieren
„Wir sind eine Tourismusregion. Wir haben Kultur, Musik und die Udo-Jürgens-Promenade. Die Landesabgabe zur ORF-Gebühr beträgt jedes Jahr zwölf Millionen Euro, die wir Kärntner einzahlen. Sie wird hauptsächlich für Musikschulen verwendet. Warum kann das Land nicht mit einem Teil davon das Hotel kaufen und mit Liebe sanieren? Gustav Mahler, der auf der anderen Seite des Wörthersees in seinem Komponierhäuschen gesessen ist, hat sicher oft auf das Hotel Wörthersee geschaut und würde sich darüber freuen.“

Pole baut in Klagenfurt andere Häuser
Der Pole Wolski, der mit dem Sammeln von Dosen reich wurde und heute in Europa viele Wohnsitze hat, macht unterdessen andere Geschäfte in Klagenfurt. In Viktring errichtete er erfolgreich Wohnungen. Derzeit baut er auch in der Ostbucht weitere Häuser.

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