„Krone“-Kommentar

Privatisierung als Kraftquelle

Kolumnen
21.02.2026 06:00
Porträt von Georg Wailand
Von Georg Wailand

Kaum zu glauben: Der Bund hat in Österreich 101 Beteiligungen mit einer Bilanzsumme von 346 Milliarden Euro. Die Experten der Agenda Austria haben darauf hingewiesen, dass das Ganze schwer defizitär sei.

Der gefräßige Staat knöpft uns nicht nur Rekordsteuern ab, er geriert sich auch als „Unternehmer“ mit unterschiedlichem Erfolg. ÖBB, Asfinag, Verbund, BIG, Bundesmuseen etc., der Staat nimmt, was er kriegen kann. Der Wert dieser Firmenanteile, die von der ÖBAG (Staatsholding) verwaltet werden, liegt bei rund 30 Milliarden Euro.

Wenn jetzt Vorschläge kommen, man sollte doch endlich anfangen zu privatisieren, so ist eines wichtig: Privatisieren sollte keine Defensivmaßnahme sein, sondern eine offensive Kraftquelle. Statt staatlicher Verwalter könnte privates Kapital das Wachstum der Firmen beschleunigen. Unterstützt sollten die Privatisierungs-Schritte mit einem Programm zur Kapitalbildung Richtung Pension sein, sprich mit einem steuerbegünstigten Vorsorge-Depot (Aktiensparen).

Wie schwierig die Verwaltung von Staatsfirmen sein kann, zeigt sich derzeit beim Gerangel, wer neuer OMV-Generaldirektor werden soll. Abu Dhabi, das seinerzeit Bruno Kreisky als Partner eingeladen hatte, versucht, die Ideen der Scheichs durchzusetzen.

Eine Version für Privatisierungen könnte auch ein Staatsfonds à la Norwegen sein. Aber auch hier gilt: Privatisieren ja, aber eindeutig als neue Kraftquelle!

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