Mutter bittet Ärzte

Kein Spenderherz für Buben (2): „Lasst ihn gehen“

Ausland
20.02.2026 10:35
Porträt von krone.at
Von krone.at

Für das Kind aus der Provinz Neapel, dem ein erfrorenes Herz transplantiert wurde, besteht so gut wie keine Hoffnung mehr. Es wird nun einer Therapie zur Linderung der Schmerzen unterzogen. 

Seit dem misslungenen Eingriff wird der Kleine mit Hilfe einer Maschine am Leben gehalten. Bei der aktuellen Behandlung handelt es sich aber nicht um Euthanasie, wie der Anwalt der Mutter des Kindes, Francesco Petruzzi, erklärte. „Wir haben diese Entscheidung getroffen, nachdem wir den Gerichtsmediziner hinzugezogen hatten, der die Unterlagen geprüft und gesagt hat, dass es das Menschlichste sei, nun dieses Verfahren zu beantragen“, führte Petruzzi aus. Die Ärzte haben mit der Zustimmung der Eltern des Kindes den therapeutischen Weg der schmerzlindernden Behandlung beschlossen.

Die Ankündigung erfolgte live im italienischen Fernsehen. Mama Patrizia wird bei diesem schwierigsten Schritt von ihrem Anwalt begleitet: „Wir haben beschlossen, das Kind bis zum Ende seines Lebens zu begleiten. Es handelt sich nicht um Sterbehilfe, sondern um eine klinische Therapie, die nicht auf Heilung, sondern auf Linderung der Leiden abzielt.“ Nach zwei Monaten des Leidens kommt nun die schmerzhafteste Entscheidung: das Kind gehen zu lassen, dem am 23. Dezember im Krankenhaus Monaldi in Neapel ein beschädigtes Herz transplantiert wurde. Damit schwindet auch Patrizias letzte Hoffnung, ihren „kleinen Kämpfer“, der seit zwei Monaten an Maschinen angeschlossen ist, nach Hause zu holen. Während der Anwalt erklärt, wie es zu dieser Situation gekommen ist, kann Mama Patrizia ihre Tränen nicht zurückhalten.

Keine Transplantation mehr möglich
Nach der völlig misslungenen Herz-Transplantation kam ein unabhängiges Ärzteteam nach Angaben des Anwalts der Familie zu dem Urteil, dass dem Kind kein neues Herz mehr eingesetzt werden könne. Der Bub liegt seit Weihnachten in Neapel auf der Intensivstation. Beim Transport eines ersten Spenderherzens aus Bozen in Südtirol war das Ersatzorgan falsch gekühlt worden.

Das Schicksal des Kleinen bewegt Italien sehr.
Das Schicksal des Kleinen bewegt Italien sehr.(Bild: Stephan Morrosch stock.adobe)

Ins Ermittlungsregister zum Fall der missglückten Herztransplantation könnten bald neue Namen eingetragen werden. Die Eltern des Kindes haben vor Ort Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft Neapel ermittelt wegen Verdachts auf schwerste fahrlässige Körperverletzung gegen sechs Personen, die dem Transplantationsteam angehörten.

Der Fokus der Ermittler liegt auf dem Trockeneis, auf das das Spenderorgan gebettet worden sei und das es beschädigt habe. Sie prüfen woher das Eis stammte, wer es bereitgestellt hat und vor allem, wer die Entscheidung traf, es anstelle von herkömmlichem Eis zu benutzen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt