Heikle Lage in Tirol

Lawinenserie: Vier Tote und viele Schwerverletzte

Tirol
20.02.2026 20:55

In weiten Teilen Tirols gab es am Freitag Lawineneinsätze – vom Zillertal bis Nauders. Insgesamt gab es vier Todesopfer – drei in St. Anton sowie einen toten Familienvater in Nauders – und zahlreiche Verletzte zu beklagen. In Kappl hatten 15 Wintersportler riesiges Glück im Unglück.

In Fiss gab es laut der Leitstelle Tirol Lawinenalarm im freien Skigebiet. Das Unglück passierte gegen 11.45 Uhr nördlich der 12er Sportiv-Piste.  Hubschrauber sowie die Bergrettungen Fiss und Ried sowie Hundeführer standen im Einsatz. Wie sich herausstellte, war – entgegen der Meldungen – doch niemand in der Lawine.

Person wurde ausgegraben
Lawineneinsätze liefen zudem auch im Zillertal. „Es wurden zwei Verschüttete in Hochfügen gemeldet“, so die Leitstelle Tirol. Die Bergrettungen Jenbach und Kramsach standen im Einsatz und die Libelle Tirol. Eine Person wurde ausgegraben. Der Sportler sei ansprechbar. Laut Leitstelle wurde dann doch kein zweiter Verschütteter mehr befürchtet, dennoch machte die Bergrettung noch eine Nachsuche.

Zwei Snowboarder mitgerissen
Im Skigebiet Hochzillertal fuhren zwei Tschechen (48, 47) mit ihren Snowboards kurz nach 11 Uhr von der Piste in den freien Skiraum. Dort löste sich eine Lawine und riss die beiden Wintersportler mit. Sie konnten sich selbst befreien. Die 47-jährige Frau erlitt jedoch eine schwere Fußverletzung. „Nachkommende Freerider setzten die Rettungskette in Gang und leisteten Erste Hilfe“, heißt es seitens der Polizei. Die Frau wurde von der Bergrettung geborgen und mit dem Rettungshubschrauber ins Spital geflogen.

Todesopfer in Nauders
Auch in Nauders (Bezirk Landeck) ist eine Lawine abgegangen – unterhalb des Piengkopfs in der Umgebung des Skigebiets. Auch dort wurden zwei Personen verschüttet – Vater (42) und Sohn (16) aus Deutschland. Der Notarzthubschrauber Robin 3 und die Bergrettung Nauders standen im Einsatz. Der 16-jährige Sohn wurde schwer verletzt geborgen. Für den Vater kam leider jede Hilfe zu spät.

Die Einsatzkräfte in Alpbach mussten einen Wintersportler reanimieren.
Die Einsatzkräfte in Alpbach mussten einen Wintersportler reanimieren.(Bild: ZOOM Tirol)
(Bild: ZOOM Tirol)

Reanimation in Alpbach
In Alpbach erfasste ein Schneebrett kurz vor 12 Uhr drei Skifahrer (16, 17, 51). Die Lawine ging im Bereich Schatzberg Richtung Alpbach im freien Gelände ab. Drei weitere Wintersportler kamen mit dem Schrecken davon und setzten die Rettungskette in Gang. Der 17-jährige Österreicher musste jedoch reanimiert werden. Der Jugendliche wurde schwer verletzt mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus nach Kufstein geflogen.

Großalarm in Kappl
Im freien Skiraum in Kappl erfasste laut Leitstelle eine Lawine insgesamt 15 Skifahrer. Zeugen des Unglücks konnten noch während des Anlaufens der Rettungsaktion alle Verschütteten (einen Voll- und einen Teilverschütteten) retten. Zwei Verletzte kamen ins Krankenhaus. Bei einer Nachsuche wurden keine weiteren Personen in den Schneemassen entdeckt.

Die Lawine von Alpbach
Die Lawine von Alpbach(Bild: ZOOM Tirol)
Die Einsatzkräfte rückten aus.
Die Einsatzkräfte rückten aus.(Bild: ZOOM Tirol)

Verschütteter auch in Fulpmes
Gegen 14.47 Uhr wurde auch im Gemeindegebiet von Fulpmes eine Lawine gemeldet. Im freien Gelände im Skigebiet Schlick wurde ein junger Australier von Schneemassen mitgerissen, blieb aber praktisch auf der Oberfläche. Sein Vater fuhr die Lawine entlang zum Sohn hinab, die Bergrettung hat den verletzten Sohn geborgen, der Heli flog ihn ins Krankenhaus.

Große Lawine in St. Anton forderte drei Todesopfer
Auch im freien Skiraum am Rendl (Verwall) im Gemeindegebiet von St. Anton am Arlberg kam es kurz nach 15 Uhr zu einem Lawinenabgang. „Wir haben Meldungen, dass mehrere Personen von der sehr großen Lawine verschüttet worden sind“, hieß es von der Leitstelle gegenüber der „Krone“. Laut Polizei waren es fünf Verschüttete.

Dann die traurige Gewissheit: Drei Personen – offenbar ausländische Staatsbürger – kamen ums Leben. Ein Wintersportler wurde noch mit dem Hubschrauber unter Reanimation in die Innsbrucker Klinik geflogen. Dort verstarb er in den späten Abendstunden. „Ein zweiter Schwerverletzter kam in das Krankenhaus nach Zams“, schildert Patrick Wechner, Leiter der Alpinpolizei im Bezirk Landeck. Ein Opfer, das sich selbst befreite, suchte in St. Anton einen Arzt auf.

Gigantische Staublawine
Laut Wechner war die riesige Staublawine rund einen Kilometer lang und 500 Meter breit und raste über 700 Höhenmeter in die Tiefe. „Das Unglück geschah im freien Gelände in einer Variantenabfahrt, das Skigebiet war nicht betroffen“, erklärt Wechner. 

Im Einsatz standen gleich mehrere Bergrettungen – St. Anton, Pettneu, Flirsch und Landeck mit 60 Kräften, drei Hundeführer, acht Alpinpolizisten sowie vier Hubschrauber. 

(Bild: Land Tirol)

Große Gefahrenstufe in Tirol
Durch die vielen Neuschneemengen steigt auch die Lawinengefahr auf den Bergen. Während unter der Waldgrenze in fast allen Teilen Tirols Stufe 2 (von 5) herrscht, steigt die Gefahr darüber enorm an. Laut dem Lawinenreport des Landes Tirol liegt diese in vielen Teilen bei Stufe 4 – und damit groß.

Lawinen sorgten am Vormittag bzw. den Morgenstunden für Einsätze. So etwa im Lechtal, wo ein Bus von einer Lawine erfasst und von der Straße geschoben wurde. Auch die Tage zuvor war die Gefahr hoch. Wie ausführlich berichtet, verunglückten zwei Personen in Tirols Bergen bei Lawinenunglücken am Mittwoch tödlich. Ein Alpinist aus den Niederlanden  hatte dabei keinen Lawinen-Pieps dabei.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Tirol
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt