Bekam erfrorenes Herz

Bub (2) in Neapel lebte vor Eingriff „fast normal“

Ausland
11.02.2026 13:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Italien hat ein erst zweijähriger Bub ein erfrorenes Spenderherz transplantiert bekommen. Die Eltern wussten nach eigenen Angaben vor dem Eingriff nichts von den Schäden, die durch falsche Kühlung beim Transport entstanden waren.

„Mein Sohn führte ein fast normales Leben. Er nahm Medikamente, spielte und aß regelmäßig. Jetzt liegt er seit Wochen im künstlichen Koma und schwebt in Lebensgefahr“, sagte die Mutter zur italienischen Zeitung „Il Mattino“. Der kleine Bub leidet an einem schweren Herzfehler, der bereits im Alter von vier Monaten diagnostiziert wurde. Deshalb wurde seit längerer Zeit ein Ersatzorgan gesucht. Kurz vor Weihnachten kam die Nachricht, dass ein vier Jahre alter Bub in Südtirol in einem Schwimmbad ertrunken sei, und dessen Herz genutzt werden könne. 

Das Organ wurde schnellstmöglich aus Bozen in das 800 Kilometer entfernte Neapel gebracht. Dabei passierte der gravierende Fehler: Das Spenderherz wurde nicht wie üblich in herkömmliches Eis gepackt, sondern in viel kälteres Trockeneis, das Temperaturen von mehr als minus 78 Grad erreicht. Als man im Krankenhaus ankam, war das Herz „buchstäblich efroren“.

Dennoch wurde es dem Kind transplantiert. Nachdem der Fall am Wochenende bekannt geworden war, wurden Überlegungen angestellt, weshalb dieser Plan nicht mehr verworfen wurde. Grund dafür war offensichtlich, dass das eigene Herz des Zweijährigen bereits herausgenommen worden war, sagte der Anwalt der Eltern jetzt. Zwei Ärzte des Krankenhauses wurden inzwischen von Operationen suspendiert und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Europaweite Suche fast aussichtslos
Der Bub liegt mittlerweile seit mehr als 50 Tagen auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Neapel und wird künstlich am Leben gehalten. Europaweit wird dringend nach einem geeigneten Ersatz für das Herz gesucht, die Chancen dafür stehen jedoch schlecht. So müssen sowohl die Größe als auch die Blutgruppe passen.

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