Sprit nur noch per App

Kuba: „Ticket“-System sorgt für langes Warten

Ausland
18.02.2026 15:23

Weil US-Präsident Donald Trump Kuba mittels eines De-facto-Embargos den Ölhahn zugedreht hat, ist im Inselstaat der Treibstoff knapp. Deshalb hat die  Regierung in Havanna eine App namens „Ticket“ eingeführt, mit der die Autofahrer des Landes einen Termin zum Tanken buchen können.

Seit Dezember erhält das kommunistische Kuba kein Öl mehr aus Venezuela, weil Trump eine vollständige Blockade für Öltanker mit Lieferungen aus dem südamerikanischen Bruderstaat, angeordnet hat. Mit der Gefangennahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro durch das US-Militär am 3. Jänner hat Havanna zudem einen ganz wichtigen Verbündeten verloren.

In Kuba wird Benzin daher derzeit streng rationiert und ausschließlich über die Plattform „Ticket“ vergeben. Für diese müssen sich die Autofahrer des Landes digital registrieren und erhalten maximal 20 Liter Sprit pro Termin. Die App soll lange Warteschlangen an den Tankstellen verhindern, so der Plan der Regierung in Havanna.

Eine App soll lange Warteschlangen an den kubanischen Tankstellen verhindern.
Eine App soll lange Warteschlangen an den kubanischen Tankstellen verhindern.(Bild: AP/Ramon Espinosa)

An manchen Tankstellen in der Hauptstadt werden – bei bis zu rund 12.000 Anfragen täglich – allerdings nur 50 bis 90 Tanktermine vergeben. „Ich habe Nummer siebentausend und etwas“, zitiert die Nachrichtenagentur AP einen 65-jährige Rentner. „Wann werde ich wieder tanken können?“, fragt sich der Mann. Wie er werden wohl viele Kubaner monatelang auf einen Termin zum Tanken warten müssen.

Spritverkauf in Landeswährung eingestellt
Die kubanische Regierung hat den Verkauf zu subventionierten Preisen in der Landeswährung Peso eingestellt – deren Kurs sank daher in der Folge auf ein historisches Tief. Ein Liter Benzin kostet an der Zapfsäule nun 1,30 US-Dollar, auf dem wachsenden Schwarzmarkt bis zu sechs Dollar. Zum Vergleich: Staatsbedienstete verdienen auf Kuba umgerechnet weniger als 20 Dollar im Monat.

Zahlreiche Flugverbindungen ausgesetzt
Wegen des Treibstoffmangels auf Kuba stellen viele Airlines ihre Flüge in den Karibikstaat ein bzw. haben ihre Flugverbindungen nach Kuba ausgesetzt oder angepasst. Laut Angaben der Regierung soll die öffentliche Verwaltung, um Energie zu sparen, nur noch von Montag bis Donnerstag tätig sein. Bus- und Bahnverbindungen sowie Fährfahrten werden stark eingeschränkt, heißt es.

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