Der FPÖ-Chef hat in seiner Aschermittwochs-Rede wie erwartet zum großen Rundumschlag gegen die Bundesregierung („Brutstätte des Unvermögens“) ausgeholt. Die Reaktionen seiner politischen Gegner ließen nicht lange auf sich warten ...
Kickl bezeichnete seine politischen Mitbewerber etwa als „Einheitspartei“, SPÖ-Bundesparteiobmann Andreas Babler als „Bonzen-Pinguin“ und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger bot er der Ukraine als „Sachspende“ an.
„Krawallkurs“
Einen Tag später übte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim scharfe Kritik an der Rede des blauen Parteichefs. „Kickl hat mit seinem Auftritt wieder einmal gezeigt, dass es gut ist, dass die FPÖ nicht in der Regierung ist. Kickls Krawallkurs ist gepflastert mit aggressiven Rundumschlägen und Beschimpfungen, Inhalte und Lösungen: null.“
Es ist gut für Österreich, dass Land und Leuten eine Regierungsbeteiligung der FPÖ und damit massiver Schaden erspart geblieben ist.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim
Bild: APA/TOBIAS STEINMAURER
„Widerwärtige, frauenfeindliche Entgleisung“
Kickls oberösterreichischer Landesparteichef Manfred Haimbuchner habe laut Seltenheim US-Präsident Donald Trump über den grünen Klee gelobt – „dass rechtschaffene Bürger auf offener Straße von Behörden erschossen werden – ist das die Wende, die sich Kickl und Haimbuchner auch für Österreich wünschen? Mit der FPÖ ist kein Staat zu machen“, betonte Seltenheim. Dass Kickl NEOS-Chefin Meinl-Reisinger als „Sachspende“ bezeichnet habe, sei für Seltenheim eine „widerwärtige, frauenfeindliche Entgleisung“.
NEOS: „Inakzeptabler Umgangston“
Inzwischen haben auch die NEOS reagiert. Generalsekretär Douglas Hoyos:„Der inakzeptable Umgangston und die sexistischen Untergriffe gegen Politikerinnen wie Meinl-Reisinger sagen viel über das Selbstverständnis von Kickl aus“, so Hoyos. Und fügte hinzu: „Wer glaubt, das politische Gegenüber mit persönlichen Angriffen herabwürdigen zu müssen, zeigt, dass ihm die Argumente fehlen. Diese Art von Politik und Sprache spaltet, vergiftet das gesellschaftliche Klima und schadet Österreich in jeder Hinsicht.“
Selbst wenn man von Aschermittwochs-Reden so einiges gewohnt ist, was Kickl hier geliefert hat, überspannt den Bogen und ist ein neuer absoluter Tiefpunkt!

NEOS-Generalsekretär Douglas Hoyos
Bild: APA/Eva Manhart
„Durchsichtig und gefährlich“
Laut Hoyos versuche Kickl mit verbaler Entgleisung und Polarisierung von den eigenen inhaltlichen Leerräumen abzulenken. „Statt Antworten auf die Teuerung, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten oder die sicherheitspolitischen Herausforderungen zu geben, flüchtet sich Kickl in Hetze – die er augenscheinlich von seinen Vorbildern in Russland abgeschaut hat.“ Dies sei durchsichtig und gefährlich. Hoyos: „Wer so agiert, stellt nicht Österreichs Interessen in den Mittelpunkt, sondern vernichtet Stück für Stück, was die Menschen in Österreich und in Europa auszeichnet.“
Gewessler prangert Superreichen-Verteidigung und Russland-Liebe an
Auch die Klubobfrau der Grünen, Leonore Gewessler, reagierte am Donnerstag mit klaren Worten auf Kickls Rede. „Kickl ist zur Verteidigung der Superreichen ausgerückt, anstatt sich der Sorgen vieler Menschen im Land anzunehmen. Die Teuerung und die Ungerechtigkeit, mit der die Bundesregierung spart, werden im täglichen Leben immer mehr zum Problem. Doch dem FPÖ-Chef fällt nichts Besseres ein, als zu sagen: Die Millionenerben dürfen nichts beitragen. Das ist ein Hohn.“

Nachdem Kickl mit seinen Volkskanzler-Ambitionen gescheitert ist, verliert er sich in schlechten Scherzen, statt Lösungen.

Leonore Gewessler, Klubobfrau der Grünen
Bild: APA/ROLAND SCHLAGER
Auch die Russland-Freundschaft des FPÖ-Chefs kritisierte Gewessler scharf: „Wer keine Gelegenheit auslässt, sich dem mörderischen Regime in Russland an den Hals zu werfen, agiert nicht im Interesse unserer Heimat. Das ist Pseudo-Patriotismus in Reinkultur. Wenn er ehrlich wäre, würde er im Bierzelt Russland-Fahnen schwenken.“
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