Kunstwelt staunt

Michelangelo soll Werke gar nicht verbrannt haben

Ausland
20.02.2026 11:44
Porträt von krone.at
Von krone.at

Fünf Jahrhunderte nach dem Tod von Michelangelo Buonarroti (1475-1564) sorgt eine neue Studie für Aufsehen: Der Renaissancekünstler soll seine Skizzen und Entwürfe, entgegen bisheriger Annahmen, kurz vor seinem Tod nicht vernichtet haben.

Der Maler ließ seine Arbeiten vor seinem Ableben 1564 an einen geheimen Ort bringen, um sie vor Zugriffen zu schützen, geht aus den Dokumenten hervor. Als der Künstler am 18. Februar 1564 in Rom starb, fand ein Notar in seinem Haus nur wenige Werke vor. Der Großteil sei bereits zuvor ausgelagert worden, heißt es in der Studie. Damit widerspricht die Forscherin der lange verbreiteten Darstellung, Michelangelo habe Hunderte Zeichnungen und Modelle eigenhändig zerstört. Mindestens 20 bisher unbekannte oder nicht eindeutig zugeordnete Werke könnten demnach dem Meister zugeschrieben werden, so das römische Blatt „Il Messaggero“. Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, müsste ein zentrales Kapitel der Kunstgeschichte neu geschrieben werden.

Zu diesem Ergebnis kam die römische Kunstforscherin Valentina Salerno nach rund zehn Jahren Archivarbeit. Sie wertete nach eigenen Angaben Testamente, Inventare und notarielle Akten aus italienischen und ausländischen Archiven aus, darunter auch Bestände des Vatikans. Die Dokumente zeichneten eine durchgehende Überlieferungslinie nach, die den Verbleib von Skulpturen, Zeichnungen und Skizzen belege, die bisher als verschollen galten oder nicht als Originale katalogisiert waren.

Noch weitere Werke im Umlauf?
Die Untersuchung führte zur Einrichtung eines wissenschaftlichen Komitees im Vatikan. Initiiert wurde es vom Erzpriester des Petersdoms, Kardinal Mauro Gambetti. Dem Gremium gehören internationale Fachleute aus Museen und Forschungseinrichtungen an.

Nach Einschätzung der Forscherin Valentina Salerno könnten sich noch zahlreiche Werke im Umlauf befinden, die Michelangelo sicher zugeschrieben werden könnten. Sie habe sich vor allem auf Arbeiten in Kirchen und Museen konzentriert, da dort die Überlieferungslage häufig besser dokumentiert sei.

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