Steirer- und Kärntner-Witze, die verbindende Koralmbahn und das Zusammenwachsen der SPÖ standen beim Politischen Aschermittwoch der Roten in Kobenz (Steiermark) im Mittelpunkt. Die Stimmung im Publikum war mäßig, das Bier zwischenzeitlich interessanter.
Lange Tischreihen, rot-weiße Girlanden, Bier: So feierten die Roten ihren Politischen Aschermittwoch in der Zechnerhalle in Kobenz. In Tracht und begleitet von Blasmusik zogen Max Lercher, SPÖ-Vorsitzender in der Steiermark, und Daniel Fellner, Kärntner Parteichef, ein – schüttelten Hände, umarmte Parteikollegen, wurden beklatscht.
Christian Kern und billigeres Bier
Zu Scherzen aufgelegt war Lercher, der als erstes zu den Genossen sprach – freilich erst nach dem Bieranstich: „Christian Kern war heute eingeladen, er hat in der letzten Sekunde abgesagt“, witzelte er und setzte gleich nach: „Na, Scherz!“ Auch über die Senkung der Mehrwertsteuer auf Bier witzelte er, danach holte er zu einem Rundumschlag gegen die FPÖ aus: „Hass allein ist kein politisches Programm. Wir brauchen keinen verlogenen Patriotismus.“
Die eigene Partei müsse den erhobenen Zeigefinger einpacken und – ganz im Sinne seines Kernthemas Lebensrealitäten – einfache und nachvollziehbare Lösungen für die Probleme der Menschen finden: „Wenn etwas gut ist sind wir dabei und wenn etwas schlecht ist, sind wir dagegen. Bodenständig, leistungsorientier und, wie Daniel sagt, mitten im Leben“, diese Schwerpunkte forderte Lercher.
Für seine Rede erntete Lercher immerhin im halben Saal Standig Ovations, wenig später wirkte das Publikum allerdings nicht mehr sonderlich interessiert: Während Gewerkschafterin Olivia Janisch und Christoph Peschek, Fußballfunktionär und ehemaliger Landtagsabgeordneter der Wiener Roten, auf Bühne Reden hielten, hatten die rund 550 Gäste – übrigens mehrheitlich älteres Publikum – anderes im Sinn: plaudern, Selfies schießen, lachen, anstoßen.
Vom rechten Flügel und Kickls „Pony-Polizei“
Ruhiger wurde es erst wieder bei Fellners Auftritt – zumindest bei den Zuhörern. Dass nicht alles rot sei, was glänze, betonte er auf der Bühne; auch, dass er nicht verstehe, warum er als „rechter Flügel der Sozialdemokratie“ wahrgenommen werde. „Herbert Kickl ist an den Schalthebeln der Macht gesessen und was hat er gemacht?“, fragte Fellner in die Runde und gab sich gleich selbst die Antwort: „Eine Pony-Polizei – Entschuldigung, das waren ja Lipizzaner.“
Mit einem Koralmbahn-Verweis beednete Fellner seine Wortspende, auch für diesen Applaus stand der halbe Saal beim Applaus. Die hinteren Reihen blieben sitzen – und standen erst auf, als zum Heringssalat gerufen wurde.
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