Kanzler Stocker in Klagenfurt, Kanzleranwärter Kickl in Ried und der steirische SPÖ-Chef Lercher im Murtal: Kräftig wird allerorts für deren Reden zum morgigen Aschermittwoch geworben. Man würde sich wünschen, die Herren ließen es lieber sein. Ist doch die Aschermittwochsrede ein aus dem Ausland eingeschlepptes Ärgernis wie Ragweed oder Halloween.
Idee der Tradition wäre, über die politische Lage mit Humor oder satirisch zugespitzt herzuziehen. Eine Aufgabe für echte Könner.
Der Urvater der Aschermittwochsrede, Bayerns legendärer Ministerpräsident Franz-Josef Strauß, konnte das. Und auch wenn er arg danebengriff, war Jörg Haider als erster Nachäffer des bayrischen Brauchs sprachlich eine Ausnahmefigur.
Dagegen wirkt Herbert Kickl als Haiders Erbe immer ein wenig verzweifelt, wenn er, hinter einem riesigen Bierkrug verschanzt, seine Beschimpfungen über die politischen Gegner vom Rednerpult kräht.
Und was soll ÖVP-Chef Christian Stocker noch für einen Witz auf Lager haben, wenn er mit der peinlich schlichten „2-1-0“-Formel seine beste Pointe bereits verschossen hat?
Die härteste Vorgabe hat freilich die SPÖ ausgefasst. Was kann die sich bis Aschermittwoch jetzt noch einfallen lassen, das lustiger ist als die Putschposse um Andreas Babler und Christian Kern?
Es wäre wohl klüger, bliebe es bei der alten Arbeitsteilung: Komiker machen komische Sachen und Politiker machen Politik – und nicht andersrum.
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