Rede am Aschermittwoch
Deftige Söder-Tirade: „Tiktok-Tante“, „rote Heidi“
Noch bevor am Abend die österreichischen Parteien – allen voran die FPÖ und ihr Chef Herbert Kickl – zu verbalen Rundumschlägen ausholen, hat am Aschermittwoch in Bayern bereits Markus Söder für brachiale Tiraden gesorgt. Der CSU-Parteivorsitzende beschimpfte vor 4000 Besuchern u.a. Linke-Fraktionschefin Heidi Reichinnek als „sozialistische Tiktok-Tante“ und „rote Heidi“ ...
Die größte Veranstaltung der deutschen Parteien fand in Passau statt, wo die CSU mehr als 4000 Anhänger zum „größten politischen Stammtisch der Welt“ in die Dreiländerhalle geladen hatte. Söder erklärte die Halle zur „linksgrünen Verbotszone“ und teilte insbesondere gegen SPD, Linke und Grüne aus.
Die Grünen litten seit Jahren unter einem regelrechten Söder-Trauma, Reichinnek nannte er die „rote Heidi“, die lieber einen Trabi oder Lada fahren solle, statt bayerische Produkte zu missbrauchen. Anmerkung: Reichinnek fährt einen Audi, der Autohersteller hat seinen Hauptsitz der oberbayerischen Stadt Ingolstadt. Die Linke-Chefin sei laut Söder außerdem „eine sozialistische Tiktok-Tante, die Rosa Luxemburg für Arme“.
Auch CDU-Ministerpräsident Daniel Günther bekam vom unionsinternen Konkurrenten sein Fett weg – Günther sei mit seinen linken Fantasien zum Glück weit weg, sagt Söder. Die AfD bleibe gefährlich, menschlich und politisch sei die Partei inkompetent, ein Land zu führen. Nicht die AfD-Wähler müssten erzogen werden, die Funktionäre müsste man sich genauer anschauen. Söder hatte zuvor auf der klargemacht, der Aschermittwoch sei „weder Klamauk noch Fasching“.
In Bezug auf die Berliner Regierungsarbeit der nächsten Wochen betonte Söder, die Zusammenarbeit mit der SPD sei ihm wichtig, er erwarte aber, dass die Sozialdemokraten sich bewegten. „Ich will nur bei all den Debatten, die wir jetzt in der nächsten Woche haben mit der SPD, eines anmerken: Wir haben eine Koalition, aber die Union hat die Wahl gewonnen und nicht die SPD.“
Grüner Konter auf Söders Rundumschlag
Die Grünen attestierten dem CSU-Chef im Gegenzug Eigennutz. „Markus Söder arbeitet weiterhin nur für Markus Söder und das leider in Vollzeit“, sagte die Landtags-Fraktionschefin der Grünen in Bayern, Katharina Schulze, in Landshut. Manchmal habe man das Gefühl, auf der Tagesordnung des Kabinetts im Landtag stünden immer genau zwei Punkte: „Erstens: Nützt es was dem Maggus? Und zweitens: Was gibt es danach zu essen?“
Markus Söder arbeitet weiterhin nur für Markus Söder und das leider in Vollzeit.

Katharina Schulze, Landtags-Fraktionschefin der Grünen in Bayern
Bild: AFP/SVEN HOPPE
Die grüne Bundestags-Fraktionschefin Katharina Dröge kritisierte ihrerseits das Frauenbild von Bundeskanzler Friedrich Merz: „Leider haben wir da einen Bundeskanzler, dessen Frauenbild irgendwo zwischen „Sissi“ und „Dinner for One“ oder kurz nach der Einführung der Spülmaschine stehengeblieben ist.“ Und sie setzte hinzu: „Wenn er solche Sprüche über Frauen reißt, dann erinnert er mich immer ein bisschen an das Windows 95 der deutschen Politik – ein Betriebssystem, für das es kein Update mehr gibt und das man aus Sicherheitsgründen besser nicht mehr ausspielen sollte.“
AfD sieht sich als Opfer
Mehr Verteidigung als Angriff bot Markus Frohnmaier, der Spitzenkandidat der AfD bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg. In Anspielung auf die Vorwürfe der Vetternwirtschaft in seiner Partei sagte er, es handle sich um eine Medienkampagne gegen die AfD. Es gebe nur ein wirkliches Kriterium, nämlich ob jemand die individuelle Eignung mitbringe oder nicht. „Und das tut es in ganz, ganz vielen dieser Fälle.“
Der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki richtete sich vor allem gegen die AfD und appellierte an deren Wählerschaft: „Es ist keine Schande, mal blau zu werden. Blau zu bleiben, ist aber eine Tragödie und Ausweis menschlicher Inkompetenz.“
Der Münchner Bund für Geistesfreiheit kritisierte die Veranstaltungen. Laute Blasmusik und „magere Witzchen“ würden abgeliefert, obwohl es sich beim Aschermittwoch um einen sogenannten stillen Tag handle, an dem für öffentliche Unterhaltsveranstaltungen klare Einschränkungen gelten.









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