Neue Staatsbürger

So viele Menschen wurden 2025 zu Österreichern

Österreich
18.02.2026 11:11
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Statistik Austria hat am Mittwoch ihre Bilanz zu den Einbürgerungen im Jahr 2025 veröffentlicht. Demnach bekamen etwa 25.000 Menschen die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen. Auffällig ist erstens, dass Wien den größten Zuwachs zu verzeichnen hat und zweitens fast 10.000 Eingebürgerte keinen Wohnsitz in Österreich haben.

Die 25.000 Einbürgerungen entsprechen im Vergleich zu 2024 einem Plus von 14,6 Prozent. Rund 38 Prozent davon – exakt sind es 9583 Personen – haben hierzulande keinen Wohnsitz. Bei ihnen handelt es sich zum Großteil um Nachkommen von Verfolgten der Nationalsozialisten.

Bei den Einbürgerungen mit Wohnsitz in Österreich gab es ein Plus von 19 Prozent. Ein Fünftel der Eingebürgerten kam in Österreich zur Welt.

Das Balkendiagramm zeigt die Entwicklung der Einbürgerungen in Österreich von 2020 bis 2025. Die Zahl steigt von 8.996 im Jahr 2020 auf 25.095 im Jahr 2025. Ein großer Teil der Eingebürgerten lebt im Ausland, viele sind Nachkommen von NS-Opfern. 2025 stammen die meisten Eingebürgerten aus Asien mit 11.758 Personen, gefolgt von Europa mit 8.163 und Amerika mit 3.512. Die größten Gruppen sind aus Israel, Syrien, den USA, EU-Staaten und der Türkei. Quelle: Statistik Austria.

Ein Drittel der Eingebürgerten jünger als 18 Jahre
„Im Jahr 2025 hat sich der Trend steigender Einbürgerungszahlen weiter fortgesetzt“, kommentierte Manuela Lenk von der Statistik Austria die Zahlen. Von den rund 15.500 Eingebürgerten, die in Österreich leben, hatte rund jede oder jeder Fünfte (knapp 3200) davor die syrische Staatsangehörigkeit. Etwa jeder Zehnte (1600) war zuvor Türke. Rund 1300 oder 8,4 Prozent kommen aus Afghanistan. Knapp die Hälfte aller eingebürgerten Menschen waren Frauen, ein Drittel war weniger als 18 Jahre alt.

Die Zahl der Einbürgerungen ist 2025 um 14,6 Prozent gestiegen. Gut 25.000 Menschen erhielten ...
Die Zahl der Einbürgerungen ist 2025 um 14,6 Prozent gestiegen. Gut 25.000 Menschen erhielten 2025 die österreichische Staatsbürgerschaft.(Bild: APA/Hans Klaus Techt, thinkstockphotos.de, Krone KREATIV)

Mit Abstand größter Zuwachs in Wien
Den größten Zuwachs an Einbürgerungen gab es in Wien (5078 Einbürgerungen) mit einem Anstieg um 38,6 Prozent. Es folgen Vorarlberg (plus 37,2 Prozent auf 1018), Tirol (plus 23,6 Prozent auf 1236), Niederösterreich (plus 19,5 Prozent auf 2557), Steiermark (plus 18,5 Prozent auf 1854), Kärnten (plus 16,6 Prozent auf 576) und Burgenland (plus 16,1 Prozent auf 339). Einen deutlichen Rückgang von 11,2 Prozent auf 2241 Einbürgerungen gab es in Oberösterreich. In Salzburg sank die Zahl der Einbürgerungen um leichte 0,2 Prozent auf 613.

Rechtsanspruch von Nazi-Opfern und deren Nachkommen
Mehr als drei Viertel der Einbürgerungen erfolgte 2025 aufgrund eines Rechtsanspruchs. Dies inkludiert NS-Verfolgte und deren Nachkommen. Letztere leben zu 99,8 Prozent im Ausland. Fast 5000 haben daneben die israelische Staatsbürgerschaft. Rund 2800 kommen aus den USA und gut 900 aus Großbritannien.

Kritik von SOS Mitmensch
Die vorläufige Einbürgerungsrate 2025 betrug 0,8 Prozent, nach 0,7 Prozent im Vorjahr. Hierbei werden die Eingebürgerten mit Wohnsitz in Österreich den in Österreich Lebenden ohne hiesige Staatsbürgerschaft gegenübergestellt. Die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch kritisierte in dem Kontext „die im internationalen Vergleich sehr hohen Hürden beim Staatsbürgerschaftserwerb“.

Im EU-Durchschnitt betrage die Einbürgerungsrate 2,6 Prozent. Ein immer größer werdender Bevölkerungsteil bleibe damit „ohne volle demokratische Rechte“.

Stelzer kann sich längere Wartezeit vorstellen
Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) sieht seine  Integrationspolitik durch die Zahlen bestätigt: „Die Staatsbürgerschaft ist kein Automatismus, sondern der Schlusspunkt einer gelungenen Integration. Während bundesweit die Zahlen stark steigen, zeigt Oberösterreich, dass ein konsequenter und klarer Kurs Wirkung zeigt.“ Er kann sich vorstellen, „auch über eine Verlängerung der Wartezeit – im Regelfall sind das zehn Jahre – nachzudenken. Wer dauerhaft Teil unserer Gemeinschaft sein möchte, soll dies über einen längeren Zeitraum unter Beweis stellen.“

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