Fachmann verrät

Pfand auf Batterien wird konkret: Das ist geplant

Tirol
16.02.2026 09:00

In Entsorgungsbetrieben brennt der Hut, weil falsch entsorgte Batterien und Akkus immer öfter zu verheerenden Bränden führen. Aber nicht nur deshalb wird ein Pfandsystem gefordert. Ein Branchenvertreter aus Tirol verrät, was schon bald auf Österreichs Konsumenten zukommen könnte. 

Laut Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) hat es im Vorjahr 36 größere Brandereignisse in Recyclingbetrieben gegeben. Einer der größten und folgenschwersten ereignete sich in Osttirol, wo eine Anlage völlig zerstört wurde. Die Brandermittlungen ergaben: das Feuer wurde durch eine unsachgemäß entsorgte Batterie oder einen Akku ausgelöst.

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Ein Pfandsystem würde nicht nur die Brandgefahr reduzieren, sondern auch die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe in den Batterien verbessern.

Matthias Zitterbart, Sprecher der Tiroler Entsorgungsbranche

Bis zu sechs Brände pro Tag in Recyclingbetrieben
Bis zu sechsmal täglich brennt es laut VOEB in Österreichs Entsorgungsbetrieben. Hauptursache: falsch entsorgte Lithiumbatterien und -akkus. In der Branche ist der Ruf nach einem Pfandsystem für Batterien nicht mehr zu überhören.

„Das würde nicht nur die Brandgefahr reduzieren, sondern auch die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe in den Batterien verbessern“, fasst Matthias Zitterbart, Geschäftsführer des Tiroler Recycling-Unternehmens Daka, die Hauptargumente für ein Pfandsystem zusammen. Zitterbart ist Vertreter der Branche in der Tiroler Wirtschaftskammer und sieht die Zeit reif für eine Umstellung.

Bei der Höhe der Pfandsumme haben die Entsorgungsbetriebe konkrete Vorstellungen.
Bei der Höhe der Pfandsumme haben die Entsorgungsbetriebe konkrete Vorstellungen.(Bild: Christof Birbaumer)

Pfandsumme je nach Größe der Batterie
Fertige Pläne dafür liegen bereits in der Schublade. Und nicht nur dort! Wie Zitterbart gegenüber der „Krone“ bestätigt, wird ein von Entsorgungsfachleuten und VOEB gemeinsam erarbeitetes Konzept gerade von Wissenschaftlern auf seine Tauglichkeit überprüft. „Angedacht ist, dass Kunden Batterien sowohl im Handel als auch bei öffentlichen Recyclingbetrieben zurückgeben können“, konkretisiert Zitterbart einen Aspekt. Die Pfandsumme könnte sich laut Branchensprecher je nach Größe des Energiespeichers – von der Mini-Batterie bis zum Akku für E-Bikes – zwischen einem und 50 Euro bewegen.

Im Restmüll haben Batterien und Akkus nichts verloren.
Im Restmüll haben Batterien und Akkus nichts verloren.(Bild: Andi Schiel)

Ein Teil des Pfands soll laut Konzept in einen Fonds für Brandschutz fließen. „Die Betriebe müssen viel Geld für die Eindämmung der Brandgefahr in die Hand nehmen“, spricht Zitterbart von durchschnittlichen Summen zwischen 500.000 und einer Million Euro. Moderne Brandschutzanlagen detektieren Rauch sowie kleinste Brandherde und setzen vollautomatisch die Löschanlage in Betrieb. Wie die Zahlen zeigen, wird das immer öfter gebraucht.

Rücklaufquote soll auf 73 Prozent erhöht werden
Österreich spricht sich für ein EU-weit einheitliches Batterien-Pfandsystem aus. Schließlich kommen von Brüssel Vorgaben zur Sammelquote. Bis 2030 muss die Rücklaufquote von Gerätebatterien auf 73 Prozent erhöht werden – Österreich erreicht derzeit nicht mehr als 50 Prozent.

Einem einheitlichen System in Europa kann auch der Tiroler Fachmann viel abgewinnen. Es sei ohnedies nicht einfach, in globalisierten Konsumkreisläufen eine Lösung zu finden, die alle erreicht. Zitterbart denkt zum Beispiel an chinesische Billig-Onlinehändler, die mit Elektrogeräten zu Schleuderpreisen den europäischen Markt fluten.

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