Krankentransporte gingen im Jahr 2025 um zehn Prozent zurück, heuer bemerkte man gleich zu Beginn einen enormen Anstieg. NÖGUS-Landesrat Antauer gab mit „Digital vor ambulant vor stationär“ die Stoßrichtung vor. Gesundheitslandesrätin Prischl: „Plan ist nur so gut, wie seine Umsetzung!“
Fast 1,7 Millionen Mal meldeten sich Hilfesuchende im Vorjahr beim Notruf Niederösterreich. Weit weniger, als noch 2024 mit fast 1,9 Millionen Kontakten. Die Leitstelle vereint sowohl die Notrufrufnummer 144, den Ärztenotdienst 141 oder auch die Gesundheitshotline 1450.
Notruf NÖ lenkt so gut wie alles
Dabei ist die Organisation nicht nur für die richtige Disposition der Rettungsmittel in Notfällen, sondern auch für Sekundärtransporte und anderes zuständig. So sank die Zahl der Krankentransporte 2025 um etwa zehn Prozent auf 715.000 zurück, was angesichts der Schwerpunktkonzentration im NÖ-Gesundheitswesen eher außergewöhnlich erscheint. Heuer sind die Transporte jedenfalls wieder um ein Vielfaches gestiegen, wie Notruf NÖ bestätigte, nachdem es Riesen-Wirbel um stundenlange Wartezeiten von Patienten gab, die „Krone“ berichtete.
„Digital vor ambulant vor stationär“
Notruf-NÖ-Chef Josef Schmoll verwies auf viele wichtige Ausbauten in der Alarmierungsstruktur. „Nicht jeder Anruf braucht ein Krankenhaus, aber jeder Mensch braucht die richtige Versorgung“, betonte sein Kollege Christian Fohringer. „Digital vor ambulant vor stationär“, gab Landesrat Martin Antauer die Stoßrichtung für eine moderne und in Zukunft weiterhin funktionierende Versorgung vor. „Es macht keinen Sinn, immer mehr Geld in ein reformbedürftiges System zu pumpen“, verteidigte der Landesrat den derzeitigen Totalumbau des NÖ-Gesundheitswesens und ging damit indirekt auch auf den extremen Personalmangel und knappe finanzielle Mittel ein.
„Plan nur so gut wie Umsetzung“
„Jeder Plan ist nur so gut, wie seine Umsetzung“, so der FPÖ-Politiker. SPÖ-Gesundheitslandesrätin Eva Prischl bezeichnete den Notruf NÖ als „Rückgrat der medizinischen Versorgung“. Die Patientensteuerung helfe, dass Notärzte auch in Zukunft dort zur Verfügung stehen, wo sie wirklich gebraucht werden würden. Denn da wird der Mangel immer und immer größer. Jedenfalls wurden im Vorjahr vier Prozent weniger Notärzte und damit andere Rettungsmittel alarmiert, was 44.000 Notarzteinsätze bedeutet.
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