Sogar Regierungsthema

Katzenkontrolle ließ Bäuerin und Sohn ausrasten

Oberösterreich
14.02.2026 18:00

Der Vorfall auf einem aufgelassenen Bauernhof in Bad Wimsbach-Neydharting (OÖ), bei dem ein 52-Jähriger auf zwei Amtstierärztinnen losgegangen sein soll, hat die halbe Landesregierung auf den Plan gerufen. Und inzwischen ist auch klar: Es ging um Katzen, nicht um Kühe oder Schweine.

„Sie hatten ja gar keinen Grund, zu kommen. Wir haben ja schon längst kein Vieh mehr. Aber sie wollten den Hof nicht verlassen“ – das sagt jene 83-jährige Altbäuerin aus Bad Wimsbach-Neydharting zur „Krone“, deren Sohn jetzt wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung angezeigt wird. Der 52-Jährige sprang seiner Mutter bei, als sie mit zwei Amtstierärztinnen (27, 29) lautstark diskutierte, weil sich diese am Hof umsehen und eine Nachkontrolle durchführen wollten.

„Ich hab' ihm gesagt, er soll nicht hingreifen“
„Er hat sie nur festgehalten, nicht zugeschlagen. Ich hab’ ihm eh gesagt, er soll nicht hingreifen“, sagt die Mutter. Jedoch habe er die Kontrolleurinnen körperlich attackiert und auch versucht, sie mit Kabelbindern zu fesseln, „um sie des Hofes zu verweisen“, wie der Mann, der mit seiner Mutter alleine am alten Hof lebt, später zu Protokoll gab. Die Tierärztinnen entkamen schließlich aus dem Innenhof und riefen die Polizei.

Landwirtschaft aufgelassen
Dieser Vorfall, bei dem die beiden Amtstierärztinnen mit leichten Blessuren davonkamen, rief am Samstag aber die halbe Landesregierung auf den Plan. So stellte man seitens des Agrarressorts von Michaela Langer-Weninger (ÖVP) klar, dass die Kontrolle „keine Nutztiere“ – also Schweine oder Rinder – betroffen habe und die Landwirtschaft schon seit Jahren aufgelassen sei.

Daher fällt die eskalierte Kontrolle in das Tierschutzressort von SP-Landesrat Martin Winkler. Denn die Katzen am ehemaligen Hof, denen die Kontrolle galt, müssen – wie bei jedem Privathaus – kastriert sein, wenn keine angemeldete Zucht vorliegt.

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Laut Bericht wurden die Frauen nur leicht verletzt. Da es sich aber um Amtsträgerinnen handelt, wird jede Verletzung als schwer gewertet.

Michael Babl, Pressesprecher der Landespolizeidirektion OÖ

„Dieser Entwicklung mit Kraft entgegenstellen“
Und schließlich meldete sich auch Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) zu Wort, in dessen Ressort das Landespersonal fällt und der die vermehrt auftretenden Meldungen von Übergriffen auf Pflegekräfte, Feuerwehrleute, Rettungspersonal, Exekutive oder eben Personal des Landes mit Sorge verfolgt: „Diesen Entwicklungen müssen wir uns mit aller Kraft entgegenstellen. Wer hilft, schützt oder Verantwortung übernimmt, verdient Respekt.“

Die Kontrolle der Kastrationspflicht am ehemaligen Bauernhof wird nachgeholt werden – vermutlich aber nicht ohne Polizeischutz.

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