In Wien geplante Sperren der Schnellbahn-Stammstrecke werden das Leben der blau-gelben Pendler ab Sommer schwerer machen. Parteien fordern nun schlagkräftige Ersatzpakete.
Harte Zeiten kommen auf Niederösterreicher zu, die täglich mit der Bahn zur Arbeit nach Wien pendeln. Denn ab Juli gehen in der Bundeshauptstadt auf der sogenannten Stammstrecke zwischen Floridsdorf und dem Hauptbahnhof die Lichter aus. Und zwar für insgesamt 16 Monate! „Diese Streckensperre wird für Unmut sorgen und stellenweise auch zum Chaos führen“, sieht Verkehrslandesrat Udo Landbauer (FPÖ) Ungemach herauf dräuen.
Sperren auf der Stammstrecke
Zuerst geht von 4. Juli bis 6. September auf der S-Bahn-Strecke zwischen Floridsdorf und Praterstern nichts, ab 7. September bleibt dann der Abschnitt vom Praterstern bis zum Hauptbahnhof gleich bis Oktober 2027 gesperrt. Vor allem ohnehin durch tägliche Verspätungen und Zugausfälle bereits leidgeplagte Bahnpendler aus den Bezirken Korneuburg, Mistelbach und Gänserndorf sind davon betroffen.
„Ein paar Shuttlebusse in Wien werden da nicht ausreichen“, fordert der Weinviertler Abgeordnete Georg Ecker (Grüne) Lösungen, die bereits in Niederösterreich ansetzen: „Das Land darf jetzt nicht passiv sein, sondern muss mit Wien und den ÖBB ein schlagkräftiges Ersatzpaket für die Pendler schnüren.“ Ecker schlägt Busse vor, die etwa aus Korneuburg, Wolkersdorf oder Deutsch-Wagram direkt zum Hauptbahnhof fahren.
Das Land soll aktiv werden und mit Wien und den ÖBB ein schlagkräftiges Ersatzpaket für die Pendler schnüren.

Georg Ecker, Verkehrssprecher der Grünen in NÖ
Bild: Imre Antal
Als „besorgniserregend“ bezeichnet auch Christoph Müller, Verkehrssprecher der NEOS im Landtag, die Situation für die Pendler: „Sie stehen ohne Klarheit, ohne zusätzliche Angebote, ohne Sicherheit da.“ Er sieht Landesrat Landbauer und die NÖ Verkehrsorganisation (NÖVOG) am Zug.
Zusätzliche Busse nach Wien geplant
Landbauer versichert, dass schon seit einem Jahr an Ersatzmaßnahmen getüftelt werde. So werde es zusätzliche Busse von Wolkersdorf und Gerasdorf nach Wien geben. Die Einbindung der Pendler aus dem Weinviertel ins Netz der Wiener Linien solle in Leopoldau erfolgen, heißt es.
Den Fahrgästen auszurichten, sie sollen doch zu Hause bleiben oder zu anderen Tageszeiten fahren, ist völlig abgehoben und realitätsfremd.

Udo Landbauer (FPÖ) Verkehrslandesrat in NÖ
Bild: NLK Khittl
Zum bevorstehenden Faschingshöhepunkt passt indes der Tipp, den die Wiener Öffi-Chefin Alexandra Reinagl parat hat: „Fahren Sie nicht zu den Stoßzeiten!“ Niederösterreichs Pendler haben sicher selten so gelacht ...
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.