Durch Bauarbeiten kommt es in Wien bald zu massiven Ausfällen und Sperren bei S-Bahn und U-Bahn. Das stellt das gesamte Öffinetz in Wien und Umgebung vor enorme Herausforderungen. Bei der Präsentation des Ersatzverkehrskonzepts lässt die Wiener Linien-Chefin mit einem skurrilen Ratschlag aufhorchen.
Es sind wohl ohne Übertreibung Bauarbeiten, die Wien in dieser Form noch nie gesehen hat: gleich 14 Monate am Stück muss die Stammstrecke der Schnellbahn gesperrt werden. Ab 7. September 2026 geht zwischen dem Hauptbahnhof und Praterstern gar nichts mehr.
Am Donnerstag wurde von ÖBB und Wiener Linien das Ersatzverkehrskonzept (siehe Grafik unten) vorgestellt. Mehr Züge und dichtere Intervalle sollen den absoluten Verkehrsinfarkt verhindern. Besonders den U-Bahnen, aber auch den Straßenbahn- und Buslinien wird ab Herbst eine immens wichtige Rolle zukommen. „Wien bleibt mobil, doch es wird teilweise ein bisschen schwierig werden“, gibt Wiener Linien-Chefin Alexandra Reinagl die Zweckoptimismus-Parole aus. Doch das ist – leider – noch nicht alles.
Zigtausende Pendler sind von den Sperren betroffen
Denn bereits im Sommer ist die S-Bahn teilweise eingestellt, und zwar im Teilstück zwischen Praterstern und Floridsdorf: konkret von 4. Juli bis 6. September. Es wird zwischen diesen Stationen – wie in den Vorjahren – wieder einen Schienenersatzverkehr mit Bussen geben. „Eine Generalprobe für die Hauptsperre. Die bevorstehenden Bauphasen sind gut vorbereitet, die Ersatzverkehre detailliert geplant. Es wird dennoch eine herausfordernde Zeit für alle Fahrgäste, dafür ersuchen wir um Verständnis“, so Judith Engel von den ÖBB.
Zusätzlich gibt es im August 2026 auf den nördlichen Anschlussstrecken zwischen Floridsdorf und Süßenbrunn, Gerasdorf sowie Jedlersdorf weitere Sperren. Das heißt: Der komplette Nordast ist bis 6. September gesperrt. Das nördliche Weinviertel ist für mehr als einen Monat nur mehr sehr schwer erreichbar. Davon betroffen sind zigtausende Pendler.
sind an Werktagen auf der Stammstrecke der S-Bahn in Wien unterwegs. Sie ist somit die meistbefahrene Nahverkehrsstrecke des Landes.
Linien U3,U4 und U6 nur eingeschränkt unterwegs
Der Flughafen ist für 14 Monate nur noch ab St. Marx zu erreichen. REX7-Züge werden über den Hauptbahnhof umgeleitet. Parallel dazu nutzen die Wiener Linien die Sommermonate für umfangreiche Arbeiten im Öffi-Netz: 12,5 Kilometer Straßenbahngleise werden erneuert. Großbaustellen gibt es diesmal am Ring und in der Spitalsgasse/Währinger Straße.
Doch auch das ist noch nicht alles. Zusätzlich sind gleich zwei U-Bahn-Linien eingeschränkt. Die U3 ist von 4. Juli bis 23. August zwischen Westbahnhof und Hütteldorfer Straße gesperrt. Und auf der U4 herrscht von 3. Juli bis 2. August zwischen Wien Mitte und Schwedenplatz Stillstand.
In den Osterferien (27. März bis 7. April) ist die U6 zwischen Währinger Straße und Jägerstraße geschlossen. „Hier gibt es nichts schönzureden. Es ist eine große Herausforderung und es wird wohl sehr voll werden, vor allem in den Morgenstunden, zwischen 7 und 8 Uhr.“ Reinagls eigenwilliger Tipp: Wer kann, sollte nicht zu den Stoßzeiten fahren. Vernichtende Kritik gab es bereits vorab von TU Wien-Verkehrsexperte Harald Frey. Er sieht jetzt „massive Probleme“ auf die Stadt zukommen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.