In dem Konflikt um die Blockade der Wiener OP-Säle für Patienten aus Niederösterreich setzen die Mehrheitsparteien in beiden Bundesländern auf Klagen und starke Sprüche. Grüne und NEOS fordern indes Vernunft und Fairness.
„Schluss mit Blockieren. Wien muss operieren!“ Dass die ÖVP-Niederösterreich den Gastpatienten-Streit mit den Wiener Genossen jetzt sogar gereimt anheizt, missfällt den Oppositionsparteien im weiten Land. Grüne und NEOS treten für Deeskalation ein.
Gegen verbale Brachialgewalt
„Denn die jetzige Kampagne ist nur ein weiterer Baustein zu den Konflikten ums Geld auf Kosten der Gesundheit der Patienten“, wettert Helga Krismer, die Landessprecherin der Grünen. Und auch Edith Kollermann, Gesundheitssprecherin der NEOS, liest der schwarzen Landespartei die Leviten: „Was wir jetzt sicher nicht brauchen, ist ein Kräftemessen mit verbaler Brachialgewalt.“
Dass Finanzierung und Kompetenzen im Gesundheitswesen so zersplittert sind, ist das Resultat jahrelanger Versäumnisse.

Edith Kollermann, NEOS
Bild: NEOS NÖ
Spitäler in eine Hand
Die Oppositionspolitikerinnen haben ähnliche Rezepte parat, um die durch die OP-Blockade Wiens aufgerissenen Wunden zu heilen. Kollermann plädiert für eine Finanzierung der Krankenhäuser aus einer Hand und überregionale Steuerung der Spitalskapazitäten.
Der Gastpatienten-Streit zwischen Niederösterreich und Wien ist ein Beleg für ein gescheitertes System. Jetzt muss der Bund endlich handeln.

Helga Krismer, Grüne
Bild: Grüne NÖ
„Kleinkarierte Idee“
Bei Krismer klingt das so: „Alle Spitäler zum Bund!“ Während die NEOS fordern, Niederösterreich und Wien sollten „mit gutem Beispiel vorangehen“, sieht die grüne Frontfrau den Bund in der Pflicht: „Ministerin Schumann und Staatssekretärin Königsberger-Ludwig müssen endlich aus ihrem Winterschlaf erwachen.“ Die einzig wirksame Therapie für das Gesundheitssystem sei „eine radikale Vereinfachung der Strukturen“, ist Krismer überzeugt. Die vom Wiener Bürgermeister geforderten Gesundheitsregionen lehnt sie als „kleinkariert“ ab.
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