Langsame Erholung

AMS-Chefin: „Unser Budget ist nicht ausreichend“

Oberösterreich
11.02.2026 13:35

Im Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit um 0,5 Prozentpunkte an, ab dem zweiten Halbjahr 2026 soll sich der Jobmarkt endlich wieder etwas erholen. Doch das Budget des Arbeitsmarktservice in Oberösterreich ist (zu) knapp.

Rund 158 Millionen Euro stehen dem Arbeitsmarktservice (AMS) Oberösterreich heuer zur Verfügung – in etwa so viel wie im Vorjahr. Wegen der Teuerung bedeutet das: Um das gleiche Geld gibt es in diesem Jahr weniger Angebot.

Auch in Anbetracht der aktuellen Herausforderungen sei „das Budget nicht ausreichend“, sagt AMS-Landesgeschäftsführerin Iris Schmidt. Die Folge: „Wir müssen überlegen: Welche Gruppe können wir fördern und für welche bräuchten wir eine bessere Konjunktur?“

Langzeitarbeitslosigkeit stark gestiegen
Fokussieren will sich das AMS Oberösterreich heuer unter anderem auf junge Erwachsene und Langzeitarbeitslose – ihre Zahl stieg im Jahresvergleich von niedrigem Niveau aus zuletzt um 31 Prozent stark an, siehe Grafik unten. Unter diesen insgesamt knapp 10.000 Oberösterreichern, die seit mehr als einem Jahr auf Jobsuche sind, befinden laut Schmidt jedoch auch 3500 bis 4000 Menschen, die wegen „multipler Einschränkungen“ (etwa gesundheitlicher Natur) auch in Zeiten der Hochkonjunktur nur schwer vermittelbar sind.

(Bild: Krone KREATIV)

Individuelle Unterstützung für Jobsuchende
Neben der Fokussierung auf einzelne Zielgruppen will das AMS heuer verstärkt jene Jobsuchenden individuell unterstützen, bei denen die klassischen Arbeitsmarkt-Maßnahmen nicht funktionieren. Dafür stehen drei Vollzeit-Mitarbeiter sowie eine Psychologin zur Verfügung. Weitere Schwerpunkte aus dem Arbeitsprogramm, dass das AMS OÖ am Mittwoch vorstellte, sind die Verankerung von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz als Basiskompetenzen in allen Weiterbildungsprogrammen sowie unternehmensnahe Qualifizierungen.

Spürbare Erholung erst ab dem zweiten Halbjahr
Ein Paradoxon zeigte sich in der Handelsbranche: Hier stieg die Arbeitslosigkeit zuletzt besonders stark – gleichzeitig waren im Jänner im Handel 2400 offene Stellen ausgeschrieben. Dieser vermeintliche Widerspruch liegt an den großen Unterschieden innerhalb der Branche. Während Textilgeschäfte ihre Verkaufsflächen eher verkleinerten und daher Beschäftigte abbauten, ist der Lebensmittelhandel auf Personalsuche. Mitarbeiter von Textil- auf Lebensmittelhandel umzuschulen, sei eine der Herausforderungen für das AMS.

Insgesamt geht dessen Chefin Iris Schmidt davon aus, dass die Arbeitslosenquote in Oberösterreich heuer niedriger als jene des Vorjahres (5,4 Prozent) ausfallen wird – spürbar werde das „aber erst im dritten oder vierten Quartal“ sein, denn die allgemeine wirtschaftliche Erholung werde sich erst zeitversetzt am Arbeitsmarkt widerspiegeln.

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