Der Anteil der in VIF-konformen, also mit einem Vollzeitjob kompatiblen, Krabbelstuben und Kindergärten betreuten Kinder in Oberösterreich stagniert, 2025/26 ist er sogar marginal zurückgegangen, zeigt die am Montag präsentierte Kindertagesheimstatistik. LH-Vize Christine Haberlander (ÖVP) verweist auf die geringe Nachfrage am Nachmittag. Ab 16 Uhr sind nur drei Prozent der Kinder in Betreuung.
Insgesamt haben im Kindergartenjahr 2025/26 (per 15. Oktober) 8.958 Kinder eine Krabbelstube besucht, das sind um 305 mehr als im Jahr davor. Die Zahl der Krabbelstubengruppen stieg um 56 auf 987. Leicht rückläufig war hingegen die Zahl der Kindergartenkinder: Sie sank um 511 auf 46.034 Kinder, was laut Haberlander auf die geburtenschwachen Jahrgänge zurückzuführen sei. Die Gruppenanzahl stieg dennoch um 26 auf 2.601.
Verlagerung von Hort zu Ganztagsschule
Bei den Hortkindern gab es ebenfalls einen Rückgang – um 289 auf 12.416 Kinder. Diese Entwicklung führt man beim Land auf die Ganztagsschulen zurück, die im aktuellen Schuljahr 2.570 Schülerinnen und Schüler mehr – insgesamt sind es 24.169 – verzeichneten. Nach wie vor ist der Bereich der Ganztagsschulen in Oberösterreich im Bundesländervergleich aber recht gering, wie eine Anfragebeantwortung von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) zeigt.
Demnach besuchen in Oberösterreich 21,7 Prozent der Pflichtschüler einen Schulstandort mit Ganztagesangebot – egal ob in verschränkter Form oder mit klassischer Nachmittagsbetreuung. Der Bundesschnitt liegt bei 33,7 Prozent.
VIF-Ausbau scheiterte an Nachfrage
In den vergangenen zehn Jahren habe sich der Anteil der in ganztags- oder VIF-geführten Einrichtungen betreuten Kinder von 80,7 auf 95,8 Prozent erhöht, rechnete Haberlander vor – die Betonung liegt auf dem Wort „oder“, denn der Anteil der Kinder in VIF-konformen Einrichtungen beträgt lediglich 37 Prozent. Viele Einrichtungen seien nur knapp unter der Latte für den Vereinbarkeitsindikator für Beruf und Familie (VIF), oft würden nicht einmal zwei Stunden pro Woche fehlen, erklärte Haberlander, aber „die VIF-Kriterien bilden nicht immer die Lebensrealität der Menschen ab“.
Interesse sinkt
So habe eine Erhebung in den ersten zwei Oktoberwochen 2025 gezeigt, dass ab 13.00 Uhr nur mehr 23 Prozent der Kinder anwesend sind, ab 16 Uhr sogar nur mehr drei Prozent. „Ich verstehe die Gemeinden, dass sie nicht aufsperren und Luft betreuen“, meint Haberlander. Auch an Freitagen zeigt die Erhebung ein geringes – und leicht rückläufiges – Interesse: Ab 13 Uhr waren nur mehr zehn Prozent der Kinder anwesend, vor zwei Jahren waren es zumindest zwölf Prozent.
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