Deutsch sprechen ist eine der Hauptforderungen des Integrationslandesrats an Menschen mit Migrationshintergrund in OÖ. Doch macht das Land auch genug, um das Deutschlernen zu fördern? Aktuelle Zahlen lassen daran zweifeln. Die SPÖ fordert daher nun ein Maßnahmenpaket zum besseren Spracherwerb an Volksschulen.
Jedes vierte Volksschulkind in Wels kann laut einer Auswertung der Statistik Austria dem Unterricht wegen mangelnder Deutschkenntnisse nicht folgen und muss daher eine Deutschförderklasse besuchen. Das ist österreichweit der höchste Wert. Auch Traun und Linz (je 22 Prozent) liegen hier noch vor der Bundeshauptstadt Wien.
Vier von zehn Volksschülern mit Leseschwäche
Betroffen sind jedenfalls nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund: Insgesamt verlassen 40 Prozent der oberösterreichischen Schüler die Volksschule, ohne die Bildungsstandards im Lesen zu erreichen. Gepaart mit einem virulenten Lehrermangel ergibt das für die SPÖ ein fatales Bild. Sie fordert ein Maßnahmenpaket zum besseren Spracherwerb an Volksschulen und bringt dazu am Donnerstag einen Antrag in den Landtag ein.
Bildungs- und Integrationsressort gefordert
Adressaten sind das Bildungs- und das Integrationsressort – beide von ÖVP-Politikern verantwortet: Sie sollen aus SPÖ-Sicht für „verbesserte Begleitstrukturen und attraktive Rahmenbedingungen für Lehrer:innen in besonders herausfordernden Schulstandorten, zusätzliches Unterstützungspersonal, den Ausbau von Schulbibliotheken und digitalen Lernangeboten zum Spracherwerb sowie eine verstärkte Zusammenarbeit mit Integrationsvereinen und pensionierten Lehrer:innen umfassen“, heißt es in dem Antrag.
Geld dafür müsste vorhanden sein, meint SPÖ-Abgeordneter Mario Haas: „Die Einnahmen des Landes aus den Ertragsanteilen lagen allein im ersten Quartal deutlich über den Prognosen. Gleichzeitig kürzt Schwarz-Blau im Sozial- und Integrationsbereich massiv.“
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