Eigentlich sollten auf der Rockerkutte Blitze zu sehen sein, doch es waren Siegrunen, wie sie die SS verwendet hatte. So verantwortete sich ein 33-Jähriger zumindest in seiner Einvernahme in OÖ. Am Donnerstag musste er sich wegen Wiederbetätigung verantworten.
Ausgerechnet am Heiligen Abend soll ein Neuanwärter des Motorradclubs Bandidos von einem Mitglied (32) ein „besonders“ Geschenk bekommen haben: Eine Kutte, wie die szenetypischen Bikerjacken genannt werden. Diese hatte der Erstangeklagte (33) in der Annahme besorgt, dass darauf Blitze eingestickt wären – so zumindest in seiner Einvernahme.
Kutte mehrfach getragen
Denn wie sich herausstellte, waren SS-Siegrunen auf der Kutte, die der Neuanwärter vom 32-Jährigen am 24. Dezember 2024 bekommen hatte. Der Neuling soll das „Geschenk“ noch am selben Tag bei einer Feier in Attnang-Puchheim und in weiterer Folge bei mehreren Treffen getragen haben.
Vorwurf der Wiederbetätigung
Sowohl der 33-Jährige als auch der 32-Jährige mussten sich am Landesgericht Wels am Donnerstag wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verantworten. Beide waren zum Vorwurf nicht geständig, der Ältere sprach von einem „Bestellfehler“, der Jüngere gab an, die Kutte vorher nicht angeschaut zu haben.
Beide freigesprochen
Bei einer Verurteilung drohten beiden Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis fünf Jahren. Doch der Geschworenensenat sprach die Bandidos-Mitglieder vom Vorwurf frei, das Urteil ist nicht rechtskräftig. Besagte Kutte wurde eingezogen.
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