Ein Fall von häuslicher Gewalt war am Dienstag Thema im Salzburger Landesgericht: Eine sechsfache Mutter soll zumindest drei ihrer Kinder über Jahre hinweg immer wieder geschlagen und misshandelt haben. Eines der Opfer schilderte die Schläge mit einem Gürtel. Die Mutter räumte aber nur eine Ohrfeige ein, bestritt sonst die fortgesetzte Gewaltausübung.
Immer wieder schüttelt die Angeklagte den Kopf, während das Video der Einvernahme ihres Sohnes im Verhandlungssaal abgespielt wird: „Sie hat mich nicht gut behandelt, geschlagen“, sagt der Bub im Volksschulalter. Das erste Mal sei er vier oder fünf gewesen, als die Mama den Gürtel schnalzte. Das Schnalzen habe die Schläge eingeläutet. Aber auch mit der Hand habe sie ihn geschlagen oder den Mund zugehalten. „Mit dem Gürtel war es öfter“, ergänzt das Kind. Mindestens siebenmal soll sie ihren Sohn gezüchtigt haben. „Ich erinnere mich noch voll. Ich weiß noch genau die Bewegungen, wie sie es gemacht hat“, erzählt das Kind im Zuge der kontradiktorischen Einvernahme einer Ermittlerin.
„Es ist manipuliert von meinem Ex-Mann“
Doch die Angeklagte, eine sechsfache Mutter mit rumänischer und serbischer Staatsangehörigkeit, meint dagegen: „Alles, was er sagt, stimmt nicht. Er ist manipuliert von meinem Ex-Mann.“ Wie beim Prozess zu hören war, befindet sich die Frau seit ihrer Scheidung vor drei Jahren in Obsorge-Streitigkeiten.
Den Großteil der Vorwürfe bestritt die in U-Haft sitzende Angeklagte: Lediglich eine Ohrfeige, die sie einem ihrer Söhne verpasste, als er auf eine Straße lief, gab sie zu. Von diesem Vorfall gibt es auch eine Videoaufnahme. Letztlich wurde sie vom Vorwurf der fortgesetzten Gewaltausübung freigesprochen. Für einzelne Taten, darunter die Misshandlung des Sohnes und eine Drohung ihrer Tochter gegenüber, wurde sie schuldig erklärt und zu neun Monaten bedingter Haft verurteilt, nicht rechtskräftig.
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