Im Rollstuhl

Steirerin wartete Stunden auf Heimfahrt aus Spital

Steiermark
03.02.2026 06:30

Sieben Stunden musste eine 80 Jahre alte Patientin, die im Rollstuhl sitzt, auf ihren Heimtransport aus dem Krankenhaus in der Steiermark warten. Das Rote Kreuz entschuldigt sich. Doch wie kam es zu solch einem Fall?

Es ist kurz vor Weihnachten: Eine 80-jährige Grazerin, halbseitig gelähmt im Rollstuhl, muss wegen eines grippalen Infektes mehrere Tage ins Spital. Als es ihr besser geht, wird sie aus dem Grazer Krankenhaus entlassen. Gegen 13 Uhr am 17. Dezember teilt man ihr mit, sie soll bereitstehen. Ein Rücktransport wird angemeldet. Brav wartet die Dame im Rollstuhl sitzend — und wartet und wartet. Zu Hause ist sie, wie ihr Mann erzählt, erst spätabends!

Das Rote Kreuz beteuert: Es handle sich um einen Einzelfall, „es tut uns sehr leid!“
Das Rote Kreuz beteuert: Es handle sich um einen Einzelfall, „es tut uns sehr leid!“(Bild: P. Huber)

Auf Krankentransport angewiesen
„Ich habe den ganzen Nachmittag telefoniert und nachgefragt, wann ein Transport bereitsteht. Am Abend waren meine Frau und ich beide fix und fertig.“ Der Herr ist selbst über 80. „Das letzte Stockwerk bei uns ist ohne Lift. Wenn meine Frau besser beieinander ist, schafft sie ein Stockwerk mit meiner Hilfe, ich trage dann den Rollstuhl rauf“, erzählt er. Nach ihrer Grippe ist die Frau aber geschwächt, das Paar ist auf einen Krankentransport angewiesen.

Warum wurde die Fahrt nicht vor gereiht?
„So etwas darf nicht passieren, das ist ein No-Go!“, sagt das steirische Rote Kreuz auf Nachfrage. Man sei dem Fall nachgegangen. Die Wartezeit habe für die Seniorin sieben Stunden und 17 Minuten betragen. „Das ist eigentlich unentschuldbar“, heißt es, auch wenn man sich in der Zwischenzeit natürlich bei dem Paar persönlich entschuldigt hätte.

Tatsächlich hatte die Rettungsorganisation, die rund 600.000 Fahrten pro Jahr absolviert, vor Weihnachten selbst wegen Krankenständen mit Personalmangel zu kämpfen, die Tage waren einsatzintensiv. Rücktransporte werden dann nach hinten gereiht. Man überprüfe jetzt trotzdem, warum diese konkrete Fahrt nicht vor gereiht wurde. „Es ist ein Einzelfall, aber einer zu viel. Es tut uns sehr leid!“ Das Paar nahm die Entschuldigung an. 

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