Die angekündigten Umstrukturierungen am Landeskrankenhaus Bad Aussee haben in der Region für Unruhe gesorgt. Nach einer Großdemo in Graz kam es nun zu einem Gespräch zwischen Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) und den Bürgermeistern des Ausseerlands.
Wundenlecken war in den letzten Tagen und Wochen bei den Bewohnern des Ausseerlands angesagt, nachdem bekannt wurde, dass das regionale Landeskrankenhaus um einiges früher als gedacht niedergefahren werden soll – wir haben berichtet.
Mit Trommeln und Trompeten wollten sie nach Graz fahren, die vielen zornigen Gegner der Gesundheitsreform, um so einmal mehr den Druck auf die blau-schwarzen Regierer zu erhöhen. Auch andere Protestaktionen waren längst in Planung.
Treffen in Liezener ÖVP-Bezirksbüro
Nun kam ÖVP-Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl überraschend zu einer Stippvisite in die Region. Am Montag traf er die Bürgermeister von Bad Aussee (Thomas Schönauer), Grundlsee (Franz Steinegger) und Altaussee (Gerald Loitzl) – allesamt Parteikollegen – in Liezen.
Der Tenor des Dialogs machte danach rasch die Runde: „Es war ein konstruktives Gespräch, der Landesrat hat uns zugesichert, dass eine Schließung der Abteilungen solange verschoben wird, bis alle Verträge mit dem LKH Bad Ischl unter Dach und Fach sind“, so Schönauer auf „Krone“-Nachfrage.
Auch Kornhäusl gab sich zufrieden: „Das Gespräch bot die Möglichkeit, so manches Missverständnis aufzuklären. Selbstverständlich muss der Vertrag mit Ischl fertig sein, bevor die Chirurgie in Aussee abgesiedelt werden kann.“ Weiterer Hoffnungsschimmer aus Sicht der Obersteirer: Das Leistungsspektrum der Ambulanz für Innere Medizin soll laut dem zuständigen Landesrat noch einmal überarbeitet beziehungsweise „präzisiert“ werden.
Die Menschen im Ausseerland brauchen klare, verbindliche Zusagen und volle Transparenz – nicht taktische Verzögerungen und parteipolitische Inszenierungen.

Max Lercher
Bild: Sepp Pail
„Nichts anderes als eine Beruhigungspille“
Kritik ließ nicht lange auf sich warten: „Es braucht kein ÖVP-Funktionärstreffen zur Zukunft des LKH Bad Aussee, sondern eine Zusage an die Bevölkerung über den vollumfänglichen Spitalserhalt. Was hier als Lösung verkauft wird, ist nichts anderes als eine Beruhigungspille“, sagt der steirische SPÖ-Chef Max Lercher.
Kritisch äußert sich Lercher auch zur Rolle der FPÖ und zu den bisherigen Zusagen der Landesregierung: „Mario Kunasek und die FPÖ haben der Bevölkerung Versprechen gemacht, die jetzt nicht gehalten werden. Die Salami-Taktik von Landesrat Kornhäusl ändert nichts an der Tatsache, dass von einem echten Spital in Aussee nichts übrigbleiben wird.“
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