Die jüngsten Strafentscheidungen der ICE Hockey League werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten. Während eine obszöne Geste mit fünf Spielen Sperre geahndet wird, kommen Checks gegen den Kopf mit milderen Konsequenzen davon. „Krone“-Redakteur Manuel Grill nimmt sich in der Kolumne „Bauerntrick“ der Thematik an.
„Auf, auf, ihr Reiter Théodens“ ist ein Schlachtruf aus „Der Herr der Ringe“, geschrieben von J. R. R. Tolkien. Mit dem wahren Leben hat das nicht viel zu tun. Das könnte man auch über die Strafen der ICE Hockey League gegen die Eisbullen sagen – was die Liga da geritten hat, ist rätselhaft.
Tyler Lewington fasste für Mittelfinger-Gesten beim Graz-Spiel fünf Spiele samt 2400 Euro-Geldstrafe aus. Eine Strafe hat der Kanadier freilich verdient, immerhin hat er als Sportler Vorbildfunktion. Doch die Relation stimmt nicht. Wo bleibt die Vorbildfunktion bei Checks gegen den Kopf, die eine Gehirnerschütterung zur Folge haben? So geschehen im selben Spiel: Die 99ers-Cracks Marcus Vela und Josh Currie bekamen dafür zwei bzw. drei Spiele aufgebrummt. Eine Geste hat mehr Gewicht als Verletzungen oder der Schutz der Spieler. Die Bulls nannten die Strafe in einem Statement „eine große Enttäuschung. Der Schutz der Spieler muss jederzeit oberste Priorität haben.“
Und es wird noch kurioser! Auch Coach Manny Viveiros wird zur Kasse gebeten. Der Grund? Vor 17 (!) Tagen sagte er nach dem Pustertal-Spiel: „Wir sind etwas frustriert über die Schiedsrichter, wir waren nicht die einzigen, die Fouls begangen haben.“ Dafür gab’s eine Geldstrafe von 2600 Euro (1300 davon bedingt). Mit solchen Entscheidungen tut sich die Liga keinen Gefallen und ist mit ein Grund, warum man international weiter kein hohes Ansehen genießt.
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