Michael Walchhofer:

„Vielleicht war mir Olympia nicht wichtig genug“

Im nächsten Teil der Olympia-Serie blickte Michael Walchhofer auf frustrierende Anfänge und seine Medaillenfahrt bei den Bewerben im Zeichen der fünf Ringe zurück. Der 50-Jährige räumte aber auch eine bestimmte persönliche Sache bezüglich der Spiele ein.  

„Das war fast schon ein Skandal.“ So blickt Michael Walchhofer auf seine Nicht-Berücksichtigung für das österreichische Abfahrtsaufgebot bei den Olympischen Spielen 2002 in Park City (USA) zurück. In der Königsdisziplin Fuß zu fassen, lief für den Slalom-Spezialisten hervorragend. Zweimal war er bis zum Großereignis bereits auf dem Podest gestanden.

„Trainer haben alles richtig gemacht“
„Cheftrainer Toni Giger hat in einem Skisportler mit einer Körpergröße von über 1,90 Meter aber keinen typischen Abfahrer gesehen“, erinnert sich der 50-Jährige. Alles, was Abfahrtsski hatte, musste in die Qualifikation. Letztendlich verfolgte der Pongauer als Zuseher, wie Teamkollege Fritz Strobl zum Olympiasieg raste. „Auch wenn es bitter für mich war: Die Trainer haben mit der Entscheidung nichts falsch gemacht“, sagte Walchhofer.


Vier Jahre später in Italien war die Lage ganz anders. „Keiner hat mehr darüber hinwegsehen können, dass auch ein großer Fahrer erfolgreich sein kann“, erzählte der frühere Athlet vom USC Altenmarkt. Der in der Zwischenzeit allerhand Erfolge gesammelt hatte und längst einer der Großen seiner Zunft war. Zum WM-Titel in der Abfahrt kam 2004/05 die erste von drei kleinen Kristallkugeln in der schnellsten aller Disziplinen.

„Vielleicht waren mir die Spiele nicht wichtig genug“
Und auch die Form für die Rennen im Zeichen der fünf Ringe stimmte. Kurz zuvor hatte der Atomic-Athlet auf der Kitzbüheler „Streif“ triumphiert. Die Siege waren aber ein bisschen Fluch und Segen zugleich. „Ich war in meiner aktiven Zeit immer wieder einmal zufrieden. Für weitere Erfolge ist das aber nicht förderlich, es verleitet zum Zurücklehnen. Und das spielt es als Sportler nicht“, erklärte der Pongauer. „Vielleicht waren mir die Spiele nicht wichtig genug.“

Das Podest der Abfahrt 2006: Michael Walchhofer, Antoine Deneriaz, Bruno Kernen.
Das Podest der Abfahrt 2006: Michael Walchhofer, Antoine Deneriaz, Bruno Kernen.(Bild: GEPA)

Dennoch sah es für den Topfavoriten in der Abfahrt zunächst gut aus. Viele Fans und auch Robert Seeger und Armin Assinger, das damalige Kommentatoren-Duo des ORF, wähnten den Österreicher schon als Sieger. 

 

Versöhnlicher Abschluss
Doch Walchhofer wusste, dass es nicht reichen dürfte. „Die Fahrt ist mir nicht gelungen erschienen“, sagte er. So kam es, dass Antoine Deneriaz mit Startnummer 30 (Assinger: „Der fährt wie die gesengte Sau“) seinen Markenkollegen – beide verstehen sich bis heute gut – noch vom obersten Treppchen stieß. „Dennoch eine gewonnene Silbermedaille“, sagte der Pongauer, der die Saison mit seiner zweiten kleinen Kristallkugel mehr als versöhnlich abschloss.

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