Die ukrainische Bevölkerung leidet aktuell massiv unter der eisernen Winterkälte. Die Energieinfrastruktur des Landes wurde heftig zerbombt – frieren steht an der Tagesordnung. Brüssel will jetzt mit Stromgeneratoren kurzfristig aushelfen.
Die EU hat angesichts der anhaltenden russischen Angriffe angekündigt, 447 Not-Generatoren in das kriegsgebeutelte Land zu liefern. Russlands Vorgehen beraube Zivilisten mitten in einem harten Winter „absichtlich“ der Wärme, Licht und Grundversorgung, erklärte die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib am Freitag. Die Generatoren seien bereits auf dem Weg in die Ukraine.
Den Angaben zufolge hat die EU bereits 9500 Generatoren in die Ukraine geliefert. Die neue Lieferung solle „Krankenhäusern, Notunterkünfte und kritische Dienste“ mit Strom versorgen.
Notstand wurde ausgerufen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte in der vergangenen Woche den „Notstand“ für den Energiesektor erklärt. Russland greift derzeit täglich die Wärme- und Stromversorgung in der Ukraine an. Die Temperaturen in dem Land sind zum Teil auf minus 20 Grad Celsius gesunken.
Nach russischen Angriffen in dieser Woche haben dem Bürgermeister von Kiew zufolge immer noch 1940 Wohnungen in der Hauptstadt keine Heizung. Sie müssten bereits zum zweiten Mal wieder an die Versorgung angeschlossen werden, schrieb Vitali Klitschko auf Telegram.
Die Energieversorgung verschlechterte sich nach Angaben des Netzbetreibers Ukrenergo in der Früh deutlich. Nach den jüngsten russischen Luftangriffen müssten mehrere Kraftwerke notdürftig repariert werden. In den meisten Regionen des Landes seien Notabschaltungen in Kraft.
Paris koordiniert Nothilfe für ukrainisches Stromnetz
Frankreich will Unterstützung für das ukrainische Stromnetz mit den G7-Staaten sowie nordischen und baltischen Ländern koordinieren. Dazu sei für Freitag eine Telefonkonferenz geplant, teilte Außenminister Jean-Noel Barrot dem Sender BFM TV mit. Frankreich werde der Ukraine 13 Megawatt Elektrizität und rund 100 Generatoren liefern. Auch andere Teilnehmer dürften bei dem Gespräch Unterstützung zusagen, sagte Barrot.
Durch russische Drohnenangriffe sind indes in der Ostukraine mindestens vier Zivilisten getötet worden, darunter ein fünfjähriger Bub. Weitere fünf Menschen seien verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft des Gebiets Donezk auf Facebook mit. Zu den verletzten Opfern in der Ortschaft Tscherkaske im Landkreis Kramatorsk zählten drei Minderjährige. Die Siedlung ist gut 35 Kilometer von der Frontlinie entfernt.
Die Ukraine wehrt sich seit fast vier Jahren gegen eine russische Invasion. Moskau erhebt dabei unter anderem Anspruch auf die Region Donezk, die bereits zu fast 80 Prozent unter russischer Kontrolle steht.
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