Nach monatelanger Pause setzten die Ukraine, Russland und die USA ihre Gespräche über ein Ende des Ukraine-Krieges fort. Zuvor hatte US-Sondergesandter Steve Witkoff am 22. Jänner in Moskau mit Präsident Wladimir Putin rund vier Stunden über Friedensmöglichkeiten verhandelt. Konkrete Ergebnisse aus dem Kremlgespräch wurden nicht bekannt, der Kreml bezeichnete das Treffen jedoch als „nützlich“ und konstruktiv
Die trilateralen Verhandlungen in Abu Dhabi begannen am Freitag und sollen mindestens zwei Tage dauern. Die erste Runde sei „für heute beendet“, teilte das ukrainische Präsidialamt am Freitagabend mit.
Im Mittelpunkt standen vor allem die territorialen Fragen: Russland beharrt darauf, dass die ukrainische Armee die gesamte Donbass-Region räumt, einschließlich der Gebiete, die derzeit noch unter ukrainischer Kontrolle stehen.
Laut ukrainischem Chefunterhändler Rustem Umjerow ging es bei den Gesprächen um „die bestimmenden Faktoren“, die ein Ende des Krieges möglich machen könnten, sowie um die „weitere Logik des Verhandlungsprozesses“. Weitere Treffen sollen am Samstag folgen.
Verhandlungen strikt abgeschottet
Die russische Delegation in Abu Dhabi besteht ausschließlich aus Militärs und wird vom Chef des russischen Militärgeheimdienstes GRU, Igor Kostjukow, geleitet. Wirtschaftsgesandter Kirill Dmitrijew soll parallel bilaterale Gespräche mit Witkoff und Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn und Berater, führen. Die ukrainische Delegation umfasst unter anderem Sicherheitsratschef Umjerow, Heereschef Andrij Gnatow, Präsidialamtsleiter Kyrylo Budanow und Unterhändler David Arachamia.
Die Verhandlungen finden unter strenger Abschottung von der Öffentlichkeit statt. Russische Medien berichten zudem, dass die Schaffung von Pufferzonen für einen möglichen Waffenstillstand diskutiert wurde. Kiew hält die Abtretung von Teilen des Donbass weiterhin für inakzeptabel, während Washington auf ein baldiges Ende der Kampfhandlungen drängt.
Tausende frieren in Kiew
Ungeachtet der Gespräche setzte Russland seine Angriffe fort. Nach ukrainischen Angaben wurden am Freitag drei Menschen in der Region Charkiw getötet, weitere vier bei Angriffen in der Nacht zuvor. Tausende Menschen in Kiew bleiben bei Minustemperaturen ohne Strom; die EU kündigte die Lieferung von hunderten Notstromaggregaten an und warf Russland vor, gezielt die Energieversorgung von Zivilisten zu unterbrechen. Die Temperaturen in Teilen der Ukraine sanken auf bis zu minus 20 Grad Celsius.
Selenskyj gibt sich äußerst vage
Zuletzt hatten Russland und die Ukraine im Sommer des vergangenen Jahres in Istanbul direkt verhandelt; Fortschritte in Richtung einer Friedenslösung wurden damals nicht erzielt, lediglich der Austausch von Gefangenen wurde vereinbart.
Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte, es sei noch zu früh, Schlussfolgerungen aus Abu Dhabi zu ziehen. Wichtig sei, dass Russland bereit sei, den Krieg zu beenden, erklärte er in einer abendlichen Videobotschaft.
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