17.04.2014 09:16 |

Fallende Werbepreise

Google verdiente weniger Geld pro Anzeigenklick

Google bekommt den Wandel seines Geschäfts durch den Vormarsch von Smartphones und Tablets zu spüren. Der Internetriese erlöst pro Klick auf eine Werbeanzeige im Schnitt immer weniger. Bisher wird das durch die steigende Nutzung mehr als ausgeglichen. Doch Google verdiente im ersten Quartal weniger, als Analysten erwartet hatten.

"Wir haben ein weiteres großartiges Quartal erlebt", verkündete Google-Chef Larry Page am Sitz im kalifornischen Mountain View. Die Zahlen gaben ihm auf den ersten Blick Recht: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 15,4 Milliarden Dollar (11,1 Milliarden Euro). Der Gewinn legte um drei Prozent auf annähernd 3,5 Milliarden Dollar zu.

Der nähere Blick auf den Geschäftsverlauf offenbarte aber Schwachpunkte: Der Preis, den Google pro Klick auf eine Anzeige erzielen konnte, lag um neun Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums. Hintergrund ist die zunehmende Verbreitung von Smartphones: Werbetreibende zahlen auf den Geräten mit den kleineren Bildschirmen weniger Geld für einen Klick als auf einem PC.

Online-Werbung an sich boomt aber. Google konnte 26 Prozent mehr bezahlte Klicks verbuchen. Ausgangspunkt sind zum einen Textanzeigen bei Suchmaschinenergebnissen und zum anderen grafische Anzeigen, die sogenannten Banner. Große Konkurrenten auf dem Markt sind Facebook und Yahoo. Letzterer hatte am Vortag einen stagnierenden Umsatz vermeldet, Facebook legt seine Geschäftszahlen in der kommenden Woche vor.

Roboterautos und Drohnen als zweites Standbein
Google verdient sein Geld immer noch vor allem mit Klicks auf Anzeigen im Umfeld der Internetsuche. Der Konzern baute neben der Suchmaschine aber bereits weitere Bereiche auf wie das Smartphone-Betriebssystem Android, die Datenbrille Glass oder die Online-Bürosoftware Google Apps.

Google ist zudem einer der Vorreiter bei selbstfahrenden Autos und erst in dieser Woche übernahm das Unternehmen einen Hersteller von Drohnen. Der Konzern will mithilfe der Fluggeräte Internet in entlegene Gebiete bringen.

Zahl der Mitarbeiter wächst fleißig
"Ich bin begeistert darüber, welche Fortschritte unsere neuen Geschäftszweige machen", sagte Page. Google lässt sich seine Unternehmungen einiges kosten und stellt laufend neue Leute ein. Die Zahl der Mitarbeiter stieg binnen eines Jahres um 2.300 auf rund 46.200 - die rund 3.700 Beschäftigten bei der Handytochter Motorola nicht miteingerechnet.

Google ist gerade dabei, das verlustbringende Handygeschäft an den chinesischen Computerhersteller Lenovo weiterzuverkaufen. Zum Abschied schwächte Motorola die Bilanz noch einmal mit einem Minus von knapp 200 Millionen Dollar.

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