Der „Krone“-Artikel über männliche Opfer von Gewalt löste Debatten aus. Die Gewaltschutzzentren melden sich zu Wort und betonen, dass sie auch männliche Opfer von Gewalt betreuen. Dies untermauern sie mit Zahlen.
Ist das Angebot für männliche Opfer von Gewalt ausreichend? Andrea Laske, Geschäftsführerin des Gewaltschutzzentrums Tirol, weist darauf hin, „dass die Gewaltschutzzentren in Österreich seit mittlerweile fast 30 Jahren mit Männern, Frauen und Menschen jeglicher geschlechtlicher Zuordnung arbeiten“.
5321 betreute Männer bundesweit
Sie unterstreicht dies mit fundierten Zahlen: „5321 männliche Klienten wurden bundesweit im Jahr 2024 betreut.“ In Tirol seien im Vorjahr in Summe 281 männliche Betroffene begleitet worden. „Jährlich beraten wir rund 15 bis 20 Prozent männliche Klienten“, rechnet Laske vor.
Jährlich beraten wir rund 15 bis 20 Prozent männliche Klienten.

Andrea Laske, Geschäftsführerin Gewaltschutzzentrum Tirol
Bild: Privat
„Wir schauen uns den jeweiligen Fall an“
Man biete für Männer dieselben Angebote an als für Frauen. Und wenn beide aus der gleichen Konstellation kommen? „Informiert uns die Polizei im Zuge eines Betretungsverbotes über eine gefährdete Person, übernehmen wir das im ersten Moment so. Wendet sich ohne polizeiliche Meldung jemand an uns, schauen wir uns den jeweiligen Fall in Ruhe an“, schildert Laske.
Weiterleitung an Männerberatung
Zum Teil sei es nicht sinnvoll, beide in derselben Einrichtung zu begleiten. „Dann leiten wir an die Männerberatung weiter. Die Psychotherapeuten dort verfügen über eine fundierte Ausbildung und leisten eine hervorragende Arbeit.“
Laske spricht sich prinzipiell für „mehr Ressourcen für Männerberatung“ aus. Benötigt es ein eigenes Männerhaus? „Dieses Thema haben wir sehr selten“, sagt Laske.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.