Scharfe Worte
Erdogan-Berater: “Türkei braucht Europa nicht”
Ausland
09.04.2014 13:11
Ein Berater des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan hat sich für die Abkehr seines Landes von Europa ausgesprochen. Die Türkei sei von Europa über Jahre hinweg benutzt, gedemütigt und von oben herab behandelt worden, schrieb Yigit Bulut in der regierungsnahen Zeitung "Star" vom Mittwoch. "Wir brauchen Europa heute nicht mehr", fügte er hinzu.
Für die Zukunft empfahl Bulut der Türkei, "die Beziehung zu Europa schleunigst zu beenden" und stattdessen die Partnerschaft mit den USA zu stärken.
Bulut betonte, die Weltordnung werde künftig von drei globalen Machtzentren bestimmt: Neben den USA als "neuem Westen" werde es einen aus Russland, der Türkei, dem Nahen Osten und Eurasien bestehenden Block geben. Das dritte Zentrum bestehe aus China, Indien und dem Iran. Europa werde in dieser Machtverteilung keine Rolle mehr spielen.
Der ehemalige Journalist Bulut berät Erdogan vor allem in Wirtschaftsfragen. Er vertritt die Ansicht, dass die Türkei eine aufstrebende Macht sei und dass der Westen diesen Aufstieg verhindern wolle.
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