Ukraine-Konflikt

Prorussische Aktivisten ließen Geiseln frei

Ausland
09.04.2014 10:23
In der ostukrainischen Stadt Lugansk sind nach offiziellen Angaben fast alle von prorussischen Demonstranten festgehaltenen Menschen wieder in Freiheit. 56 von 60 Geiseln hätten in der Nacht auf Mittwoch das besetzte Verwaltungsgebäude verlassen, teilte der Geheimdienst SBU am Mittwoch mit. Demnach seien sie nach Verhandlungen mit Abgeordneten freigelassen worden, denen der Zugang zum Gebäude gestattet worden sei.

Alle Befreiten seien wohlauf, die Verhandlungen mit den Demonstranten würden fortgesetzt, hieß es. Wie viele Menschen weiterhin festgehalten wurden, blieb zunächst unklar. Am Dienstag hatte der SBU von insgesamt 60 Geiseln gesprochen. Militante Aktivisten hatten den Verwaltungssitz in Lugansk am Sonntag besetzt. Nach SBU-Angaben wurden die Geiseln mit Waffen und Sprengsätzen bedroht.

Ethnische Russen in Ostukraine fordern Referenden
Lugansk liegt weniger als 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. In der Region leben viele ethnische Russen, die Volksabstimmungen über eine Unabhängigkeit von der Übergangsregierung in Kiew fordern. Prorussische Demonstranten halten auch die Gebäude der Gebietsverwaltungen in den ostukrainischen Städten Donezk und Charkow besetzt. In Donezk riefen sie am Montag eine "souveräne Volksrepublik" aus und verlangten ebenfalls ein Referendum über eine Abspaltung von der Ukraine.

Die ukrainische Regierung hat Russland vorgeworfen, das Land zerschlagen zu wollen. Auch US-Außenminister John Kerry sprach am Dienstag davon, dass die Regierung in Moskau Unruhen schüre und einen Militäreinsatz wie im März auf der Krim vorbereiten könnte. Russland betrachtet die Halbinsel inzwischen als Teil des eigenen Landes. Die ukrainische Regierung und der Westen wiederum werten die Eingliederung als Verstoß gegen das Völkerrecht.

Neue diplomatische Initiative zur Entschärfung der Lage
In der kommenden Woche sollen die USA und die Europäische Union die Lage mit Russland und der Ukraine auf einem Außenministertreffen beraten. Die Gespräche sollen in Europa stattfinden, der genaue Ort und weitere Details sind aber noch offen. An der Zusammenkunft sollen neben der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton auch Kerry, dessen russischer Amtskollege Sergej Lawrow sowie der ukrainische Ressortchef Andrij Deschtschizia teilnehmen.

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