Der Vorstandsvorsitzende der Hypo Vorarlberg, Michel Haller, wird seine Tätigkeit mit dem Auslaufen seines Vertrags Ende 2026 beenden. Er werde sich nicht mehr um eine Vertragsverlängerung bewerben und sich neu orientieren, teilte die Bank am Mittwoch mit. Gründe für das Ausscheiden wurden nicht genannt.
Haller sitzt seit 2012 im Vorstand der Hypo Vorarlberg und übernahm 2017 den Vorsitz. Zu seinen Aufgaben zählen vor allem das Kreditmanagement für Firmen- und Privatkunden sowie die Gesamtbankrisikosteuerung. Bis zum Ende seiner Amtszeit werde Haller seine Aufgaben bei der Bank weiter wahrnehmen, hieß es seitens des Geldinstituts. Die Suche nach einem Nachfolger sei bereits angelaufen, die Ausschreibung soll so schnell wie möglich erfolgen.
Keine bösen Worte, aber unterschiedliche Auffassungen
Über die Gründe für Hallers Abschied kann nur spekuliert werden. Ein offenes Zerwürfnis soll es jedenfalls nicht gegeben haben: „Wir respektieren die persönliche Entscheidung von Michel Haller und bedanken uns schon heute bei ihm für die vertrauensvolle Zusammenarbeit über ein ganzes Jahrzehnt als Vorsitzender. Gemeinsam werden wir für einen guten Übergang sorgen“, ließ der Aufsichtsratsvorsitzende Alfred Geismayr wissen. Allerdings dürfte es bankintern sehr wohl geknistert haben. Von langer Hand vorbereitet hat Haller seinen Abschied nämlich nicht: In den vergangenen Wochen haben er und der Aufsichtsrat Gespräche über seine persönliche Zukunft sowie die Ausrichtung der Landesbank geführt. Haller dazu: „Der Austausch hat immer auf Augenhöhe und professionell im Sinne der Bank stattgefunden. Schlussendlich habe ich darauf basierend meinen Entschluss gefasst.“
Kredite an Signa-Gruppe sorgten für Diskussionen
Spannungen innerhalb der Bank und unterschiedliche Auffassungen über deren Strategie gibt es bereits seit Längerem. Besonders die Vergabe von Krediten an die inzwischen insolvente Signa-Gruppe durch die Hypo sorgten für eine intensive Debatte Rolle der Landesbank – die Hypo steht zu knapp 77 Prozent in Landeseigentum. Die Höhe eines möglichen Verlusts der Hypo durch diese Kredite ist noch offen, die Bank erhöhte ihre Risikovorsorge im Jahresabschluss 2023 vorsorglich von 10 auf 75 Millionen Euro. Haller selbst wies ein Fehlverhalten der Bank immer zurück: „Die Kreditentscheidung war zum Zeitpunkt der Vergabe gut begründbar.“ Ganz anders lautete hingegen der Befund des Landes-Rechnungshofs, der unter anderem beanstandete, dass die Bank „zu großes Vertrauen“ bei der Vergabe dieser Kredite in die Signa-Gruppe gelegt hätte.
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