Mi, 22. August 2018

Lage eskaliert

26.01.2014 14:01

Protest-Anführer in Thailand bei Rede erschossen

In Thailand hat sich die Lage nach dem gewaltsamen Tod eines Anführers der regierungskritischen Proteste in Bangkok zugespitzt. Suthin Tharathin sei am Sonntag während einer Rede vor Demonstranten in den Kopf geschossen worden, sagte ein Sprecher der Protestbewegung. Regierungsgegner erzwangen die Schließung von Wahllokalen zur vorzeitigen Stimmabgabe für die vorgezogene Parlamentswahl.

Die Parlamentswahl soll am kommenden Sonntag stattfinden. Der Sprecher der Protestbewegung, Akanat Promphan, sagte der Nachrichtenagentur AFP, Suthin sei Mitglied der Dharma-Armee gewesen, einer maßgeblich an den Protesten beteiligten buddhistischen Organisation. Das Notfallzentrum Erawan in Bangkok bestätigte, dass bei dem Vorfall in einem Vorort der Hauptstadt ein Mann getötet und neun weitere Menschen verletzt wurden.

Akanat machte "regierungstreues Gesindel" für den Tod des Protest-Anführers verantwortlich. Die Regierung habe zwar über Bangkok und Umgebung den Ausnahmezustand verhängt, sie habe aber "weder Schutz noch Sicherheit" geboten. Suthin ist das zehnte Todesopfer seit Beginn der Proteste vor knapp drei Monaten, Hunderte Menschen wurden verletzt. Beide Seiten geben sich regelmäßig gegenseitig die Schuld für die Gewalt.

Regierungsgegner wollen Wahl verhindern
Die Regierungsgegner wollen die von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra angesetzte vorgezogene Parlamentswahl verhindern, weil sie eine Niederlage befürchten. Zahlreiche Demonstranten blockierten deshalb bereits am Sonntag die meisten Wahllokale in Bangkok und in mehreren südlichen Provinzen.

Allein in Bangkok wurden daraufhin auf Anordnung der Behörden mindestens 45 von 50 Wahllokale geschlossen. Tausende Wahlberechtigte, die am kommenden Sonntag verhindert sind, konnten ihre Stimme deshalb nicht abgeben. In 66 von 76 Provinzen, darunter die Regierungshochburgen im Norden und Nordosten, blieben die Wahllokale nach Regierungsangaben geöffnet.

Machtkampf seit drei Monaten
Das Königreich Thailand wird seit fast drei Monaten von einem Machtkampf zwischen Regierung und Opposition erschüttert. Die Gegner von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra erhöhten mit zahlreichen Protestmärschen stetig den Druck. Immer wieder gab es dabei Schießereien und Explosionen. Die Opposition fordert den Rücktritt der Regierung und will einen nicht gewählten sogenannten Volksrat einsetzen. Dieser soll eine Reihe nicht genau definierter Reformen umsetzen.

Die Proteste hatten sich im November an einem von der Regierung befürworteten Amnestiegesetz entzündet, das Yinglucks Bruder, dem früheren Regierungschef Thaksin Shinawatra, wohl eine Rückkehr aus dem Exil erlaubt hätte. Yinglucks Regierung ließ das umstrittene Amnestievorhaben inzwischen fallen, vermochte ihre Gegner damit aber nicht zu beruhigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.