Im bekannten „Maison de Plaisir“ nächtigen künftig Touristen genau dort, wo über Jahrhunderte die käufliche Liebe Tagesgeschäft war. Dabei fügt die touristische Nutzung dem Traditionshaus nach Gerbereien, Kammmachern und Prostitution ein weiteres Kapitel hinzu.
Als „Maison de Plaisir“ – Haus des Vergnügens – ist das Gebäude zwischen der Imbergstraße und der Steingasse weit über die Salzburger Stadtgrenzen hinaus bekannt. Damen verdrehten hier den Herren die Köpfe, gegen Bares wurde Liebe feilgeboten – wenn auch nur auf Zeit. Als die rote Laterne über der Eingangstür für immer ausging, wurde es in den letzten Jahren eher ruhig um das ehemalige Etablissement.
Nun wird das Rotlicht von einem Bauzaun verdeckt. Der Rest des Gebäudes ist in Staubschutzplanen eingewickelt, und statt Prostituierter gehen innerhalb der historischen Wände Bauarbeiter ihrem Handwerk nach.
Gab es nach dem Kauf im Jahr 2022 noch Gerüchte um ein Kapselhotel mit „Schlafsärgen“, so kommt nun laut Widmungsplan ein Mini-Hotel mit Rezeption und nur einem Zimmer in das schmale Haus, das eine Gesamtfläche von nur 92 Quadratmetern hat.
Eine extra Genehmigung braucht es hier nicht, denn: Gewerbe ist Gewerbe, egal ob das „älteste der Welt“ oder moderner Tourismus. Und genau letzterer fügt dem Traditionsgebäude ein weiteres Kapitel der jahrhundertelangen Geschichte hinzu. Ursprünglich wurde zu Mozarts Zeiten Leder verarbeitet, danach wurden Kämme hergestellt, bevor sich der Schwerpunkt komplett in Richtung horizontales Gewerbe verschob.
Dementsprechend galt das Freudenhaus, in dem bis vor wenigen Jahren noch reger Betrieb herrschte, als das älteste aktive Bordell der Welt. Kurios: Auch heute noch kursieren zahlreiche Bewertungen und Kommentare zum Etablissement im Internet.
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