Demo geplant

Protest gegen neue Verbrennungsanlage

Vorarlberg
16.04.2026 16:55
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Der geplante Bau des neuen Reststoffkraftwerks auf dem Betriebsgelände der Rondo Ganahl AG in Frastanz sorgt nicht überall für Begeisterung. Besorgte Bürger sind weder mit dem Standort noch mit der Art und Menge der Stoffe, die dort verbrannt werden sollen, einverstanden. 

Auf den ersten Blick wirkt das Vorhaben stimmig, die Idee nicht nur angesichts der hohen Energiepreise ziemlich gut. Im Rahmen der Initiative „Energieautonomie Frastanz“ soll das fertige Reststoffkraftwerk nämlich nicht nur den Bedarf an thermischer Energie der Papier- und Wellpappefabrik Rondo decken. Geplant ist auch, andere Wirtschaftsbetriebe wie etwa die Brauerei Frastanz mitzuversorgen und bis zu 500 private Haushalte anzuschließen.

Besorgte Anrainer allerdings sind weder mit dem Standort noch mit der Art und Menge der Stoffe, die dort verbrannt werden sollen, einverstanden. Kommenden Dienstag, 21. April, werden sie deshalb vor dem Vorarlberger Landhaus in Bregenz gegen das geplante Reststoff-Kraftwerk protestieren. Geplant ist zudem, eine Unterschriftenliste sowie Stellungnahme gegen den Bau abzugeben.

„Mülltourismus nach Vorarlberg sind alle Tore geöffnet“
Der Hauptkritikpunkt der Gegner: In den UVP-Unterlagen sei ersichtlich, dass im neuen Werk nicht nur der Inhalt schwarzer und gelber Säcke verbrannt werden soll, sondern – offenbar entgegen den Aussagen der Firma Rondo – auch andere aufbereitete Siedlungsabfälle. Dabei handle es sich um eine Menge, die rund zwei Drittel (82.000 Tonnen) des gesamten möglichen Volumens (122.000 Tonnen) ausmachen würden. Besonders ärgerlich sei auch, dass in Vorarlberg nur ein Bruchteil der Abfälle produziert werde. „Der Rest wird importiert und somit sind einem Mülltourismus nach Vorarlberg alle Tore geöffnet“, ärgern sich die Mitglieder der Bürgerinitiative.

Infoveranstaltung mit Vertretern von Rondo am Abend
Auch die Grünen beschäftigen sich näher mit dem umstrittenen Bauprojekt und so laden die Mitglieder des Landtagsklubs zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung zur geplanten Verbrennungsanlage ein. Am Dienstag, 21. April, im Feldkircher Gasthaus Löwen wird es ab 19 Uhr um Fragen zur Luft- und Lebensqualität, zur Energie- und Umweltpolitik sowie zu möglichen Auswirkungen des Projekts gehen. Eingeladen sind u. a. auch Vertreter der Firma Rondo.

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