Der Gmünder SPÖ-Stadtrat Thomas Miksch sagt das, was man aus vielen Orten der Region hört. Die Schließung des Waldviertler Spitals wäre ein vernichtender Schlag. Verantwortlich dafür sei die Landespolitik, heißt es. Weil seit Jahrzehnten im hohen Norden nichts Wirksames für eine positive Bevölkerungsentwicklung getan wurde.
Seit Jahrzehnten leidet das Waldviertel unter starkem Bevölkerungsrückgang. Bisherige Bemühungen, das Viertel zu retten, schlugen fehl. Wichtige Investitionen wurden immer wieder in die Ballungsräume verschoben. Und maßgebliche, hochrangige Verkehrsachsen auf Straße und Schiene, die die Grenzregion in das „Herz Europas“ bringen sollten, drehte man ab.
Nicht auf Überleben geachtet ...
Es bleibt eine Negativspirale, nicht nur beim Bevölkerungsschwund, sondern auch in den Köpfen der Menschen. Sie machen Landes- und Bundespolitik dafür verantwortlich. Mit der Bevölkerungsprognose als Grundlage hat auch ein Expertenstab die Zukunft für die medizinischen Einrichtungen in NÖ geplant. Sozioökönomische Aspekte wurden dabei nicht herangezogen. „Die Landespolitik hat den Gesundheitspakt beschlossen, ohne auf das Überleben der Region zu achten“, ertönen heftige Vorwürfe aus dem Waldviertel.
Politik verantwortlich für Entwicklung
Die Politik sei für die Entwicklung – aber auch für den Tod – der Region verantwortlich. So würde die Wertschöpfung der Landesschau 2028 in Gmünd nicht einmal annähernd jener des Spitals in einem Jahr entsprechen. Und auch bei der Wertschöpfung des geplanten Klinikersatzes rechnet man nicht einmal mit einem Zehntel.
Töne werden immer kritischer
Lokalpolitiker der Region melden sich lautstark zu Wort. Denn vielen ist klar, dass die Bürger die Zerstörung der letzten Infrastrukturen nicht mehr hinnehmen und die entwicklungsmäßige Talfahrt damit endgültig weitergeht. Gmünds ÖVP-Bürgermeisterin Helga Rosenmayer spricht von fehlender Wertschätzung, „wenn jetzt auch noch das Krankenhaus wegkommt“.
„In jederlei Hinsicht unverantwortlich“
Ein Politikum, das in „jederlei Hinsicht unverantwortlich ist“, sieht SPÖ-Stadtrat Thomas Miksch. Gesundheitsinvestitionen würden gezielt aus Gmünd abgezogen werden, um sie in andere Regionen zu lenken. „Das ist ungerecht und eine Benachteiligung gegenüber den Menschen hier.“
Moderne Versorgung müsse dezentral organisiert sein: „Rasch erreichbare Kliniken mit klaren Schwerpunkten.“ Die zentral geplanten Strukturen des Gesundheitspaktes seien ein klarer Rückschritt. Soziökonomisch sowieso, aber auch für das Gesundheitswesen an sich, betont der Regionalpolitiker.
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