"Stadt schützen"
Venedig diskutiert "Numerus clausus" für Touristen
"Man muss die Zahl der Touristen programmieren. Dies soll jedoch nicht aufgrund einer sozialen Diskriminierung erfolgen. Alle haben das Recht, unsere Stadt unabhängig von ihrem Einkommen zu besuchen. Venedig muss aber auch geschützt werden", betonte der Ex-Bürgermeister Venedigs, Paolo Costa, der heute Präsident der Hafenbehörde ist.
Laut Costa sollte eine Höchstzahl an Touristen bestimmt werden, die täglich Venedig besuchen dürfen und eine Eintrittskarte eingeführt werden. Schulgruppen oder einkommensschwachen Personen sollen Vergünstigungen garantiert werden. "Mithilfe der Technologie ist es heute möglich, den Tourismusstrom zu regeln", meint Costa nach Angaben der römischen Tageszeitung "La Repubblica".
WMF-Präsidentin: Venedig ein "dramatisches Beispiel"
Die Debatte tobt, nachdem der "World Monument Fund" (WMF) Venedig in die Liste der 65 historischen und archäologischen Stätten von weltweitem Interesse aufgenommen hat, die gefährdet sind. Laut WMF-Präsidentin Bonnie Burham sei Venedig ein dramatisches Beispiel eines vom Tourismus stark abhängigen Wirtschaftsmodells, das eine Stadt zu zerstören droht.
Gegen den Numerus clausus wehrt sich der derzeitige Bürgermeister Venedigs, Giorgio Orsoni. "Wir müssen eine Lösung finden, um die Touristenströme zu regulieren und die Zahl der Ankünfte einzuschränken. Die Einführung des Numerus clausus ist aber ein antidemokratischer Weg, um das Problem zu lösen. Ein Ticket für den Zugang zur Lagunenstadt einzuführen, bedeutet zuzugeben, dass Venedig ein Vergnügungspark geworden ist, was nicht stimmt, denn die Stadt ist lebendig", betonte Orsoni.












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