Tote geborgen

Grubenunglück in Deutschland: Suche nach Ursache

Ausland
02.10.2013 13:51
Nach einem der schwersten Grubenunglücke in Deutschland sind im Bundesland Thüringen in der Kaligrube Unterbreizbach am Mittwoch drei tote Bergleute geborgen worden. Die Gerichtsmedizin muss nun klären, wie die drei Kumpel 700 Meter unter der Erde ums Leben kamen. Vier Bergleute waren noch rechtzeitig aus der Grube gerettet worden.

Das Bergwerk, das sich über viele Kilometer mit riesigen Hohlräumen zum Salzabbau unter der Erde erstreckt, wird nach Angaben der Werksleitung wegen der giftigen Gase für mehrere Tage gesperrt bleiben. Die drei Männer im Alter von 24, 50 und 56 Jahren starben, als am Dienstag bei einer Routinesprengung zur Gewinnung von Kalisalz Kohlendioxid in großer Menge explosionsartig freigesetzt wurde.

Wegen der hohen Konzentrationen im Schacht könnten die Ermittler noch nicht an den Unglücksort vordringen. Deshalb sei noch keine Einschätzung möglich, sagte Markus Knapp, stellvertretender Sprecher der Meininger Staatsanwaltschaft. "Wir untersuchen das Unglück unter dem Aspekt irgendwelcher strafrechtlicher Vorwürfe: War es ein Unfall, bei dem es Verantwortlichkeiten gibt, oder ein Unglück?" Experten prüfen auch, ob Schäden an technischen Einrichtungen in der Grube entstanden sind.

"Keine Versäumnisse beim Arbeitsschutz"
Der Gasaustritt in der Tiefe hatte für eine immense Druckwelle gesorgt, die eine riesige weiße Wolke über dem Werksgelände aufsteigen ließ. Die Werksleitung sieht keine Versäumnisse beim Arbeitsschutz. Nach bisherigen Erkenntnissen seien alle Regeln eingehalten worden, sagte Werksleiter Rainer Gerling.

Die sieben eingeschlossenen Bergleute hatten ein Vorauskommando gebildet, das routinemäßig nach Sprengungen zuerst in die Grube geht. Die Männer hätten sich an die Vorschriften gehalten, sagte Gerling. Der Bezirksleiter der IG Bergbau-Chemie-Energie, Friedrich Nothhelfer, sagte, vermutlich sei eine riesige Kohlendioxidblase durch die Sprengung geöffnet worden. "Derartige Grubenunglücke wie in Unterbreizbach gehören zu den großen Ausnahmen."

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