Israelische Medien:

Viele Reservisten verweigern Gaza-Einsatz

Ausland
29.03.2025 08:41
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nachdem sich Israel und die Hamas nicht auf eine Fortsetzung der im Jänner in Kraft getretenen Waffenruhe einigen konnten, greift die israelische Armee seit Tagen wieder massiv im Gazastreifen an. Medienberichten zufolge weigern sich allerdings immer mehr Reservisten, an die Front zurückzukehren.

Dem israelischen Fernsehsender Kan zufolge begründeten Dutzende Reservisten des Sanitätskorps ihre Weigerung in einem Schreiben unter anderem mit ethischen und rechtlichen Gründen sowie der Ausweitung des Kriegs „jenseits aller Vernunft“. Das Schreiben wurde demnach von medizinischen Fachkräften unterschiedlicher militärischer Ränge unterzeichnet.

Ein israelischer Merkava-Panzer
Ein israelischer Merkava-Panzer(Bild: AFP/JACK GUEZ)

Der Krieg schade der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten, dem sozialen Gefüge des Landes und dem langfristigen Überleben Israels, zitierte der Sender aus dem Schreiben. Die Reservisten nannten demnach als weiteren Grund die Besetzung von Gebieten in Gaza. Verteidigungsminister Israel Katz hatte kürzlich gedroht, Israel werde Teile des Küstenstreifens dauerhaft einnehmen.

Reservisten: Besiedlung Gazas verstößt gegen Völkerrecht
Je länger sich die islamistische Hamas weigere, Geiseln freizulassen, desto mehr Territorium werde sie an Israel verlieren, sagte Katz. Eine Besiedlung des Gazastreifens würde gegen das Völkerrecht verstoßen, erklärten die Reservisten des Sanitätskorps dem Bericht zufolge in ihrem Schreiben. 

In Israel gilt für Männer und Frauen die Wehrpflicht. In Krisenzeiten ist der jüdische Staat jedoch stark auf seine Reservisten angewiesen. So mobilisierte die Armee für den Krieg im Gazastreifen Hunderttausende von ihnen und beließ sie zum Teil viele Monate lang bei ihren Einheiten an der Front.

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