Luftangriff bei Beirut
Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah in Gefahr
Zum ersten Mal seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah hat es wieder einen Luftangriff bei Beirut gegeben. Zuvor waren Raketen aus dem Libanon auf Israel abgefeuert worden. Es handle sich um eine Gegenreaktion, teilte Israels Militär am Freitag mit.
Die Bewohnerinnen und Bewohner der Vororte von Beirut, die als Hochburg der Hisbollah gelten, wurden noch aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Vor Ort wurde berichtet, dass zwei Explosionen zu hören gewesen seien. Schwarzer Rauch sei aufgestiegen. Die israelische Armee bestätigte den Angriff und teilte mit, ein Drohnenlager im Visier gehabt zu haben.
In der Früh hatte sie noch Beschuss aus dem Libanon gemeldet. Eine Rakete sei abgefangen worden, eine weitere auf libanesischem Boden gelandet. Die Hisbollah wies die Verantwortung dafür zurück. Beobachterinnen und Beobachter gehen jedoch davon aus, dass keine Angriffe aus dem Südlibanon ohne die Erlaubnis der Miliz gestartet werden.
Gegenseitige Vorwürfe
Ein israelischer Militärsprecher sagte, dass der Raketenangriff eine Verletzung der Waffenruhe sei. Der libanesische Präsident Joseph Aoun warf Israel wiederum vor, das Abkommen nicht einzuhalten. „Wir lehnen jeden Angriff auf den Libanon oder jeden verdächtigen, böswilligen Versuch ab, den Libanon wieder in den Kreislauf der Gewalt zu stürzen“, sagte er in Paris.
Die Waffenruhe gilt offiziell seit November 2024. Die von der iranischen Führung unterstützte Hisbollah hatte Israel seit Kriegsbeginn im Gazastreifen im Oktober 2023 immer wieder mit Raketen beschossen. Israels Militär antwortete mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu drohte jetzt wieder mit weiteren Attacken. „Ich sende der libanesischen Regierung eine klare Botschaft: Wenn Sie das Waffenruheabkommen nicht durchsetzen, werden wir es durchsetzen“, sagte Israels Verteidigungsminister Israel Katz.

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