Kampf gegen Malaria

Ein Zufallsfund macht Menschen zur Gelsenfalle

Wissen
26.03.2025 19:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein Zufallsfund könnte den Kampf gegen eine der tödlichsten Infektionskrankheiten der Welt revolutionieren. Wissenschaftler haben entdeckt, dass ein bereits zugelassenes Medikament menschliches Blut für Malariamücken zu einer tödlichen Gefahr macht.

Ein bereits zugelassenes Medikament gegen eine seltene Stoffwechselkrankheit macht menschliches Blut für Malariamücken giftig. Das hat ein internationales Forschungsteam mit Schweizer Beteiligung herausgefunden.

Hilft auch gegen sonst resistente Gelsen
Der Wirkstoff namens Nitisinon hemmt ein Enzym, das die Mücken zur Verdauung von Blut brauchen, wie die Forschenden aus den USA, dem Vereinigten Königreich und der Schweiz in der am Mittwoch in einer in „Science Translational Medicine“ veröffentlichten Studie zeigten.

Menschliches Blut, das den Wirkstoff enthielt, tötete sowohl junge als auch alte Malariamücken schnell ab. Es wirkte auch gegen Mücken, die gegen Insektizide resistent waren. Getestet wurde es an der Mücke Anopheles gambiae, dem Hauptüberträger der Malaria in afrikanischen Ländern.

Behandlung noch sehr teuer
Der Wirkstoff Nitisinon ist allerdings teuer, wie die Forschenden in der Studie einräumen. Eine Behandlung mit Nitisinon kostet demnach bis zu 380.000 US-Dollar pro Jahr. „Die Wiederverwendung von Nitisinon für die Mückenbekämpfung könnte jedoch dazu beitragen, die Kosten des Medikaments zu senken und seine Verfügbarkeit für seltene Krankheiten zu erhöhen“, schreiben die Forschenden in der Studie.

Als Nächstes plant das Forschungsteam weitere Studien, um herauszufinden, welche Nitisinon-Dosierungen in der Praxis am effektivsten gegen Mücken wirken. In der Schweiz ist der Wirkstoff für die Behandlung der seltenen Stoffwechselkrankheit Tyrosinämie Typ 1 zugelassen.

An der Studie beteiligt war aus der Schweiz Didier Leroy von der öffentlich-privaten Partnerschaft „Medicines for Malaria Venture (MMV)“ an der Studie beteiligt.

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