...und keiner geht hin! Hätten manche Eltern nicht schulpflichtige Kinder, deren Betreuung Probleme verursacht, ginge der heutige Josefitag an den meisten spurlos vorbei. Die Landesregierung versucht seit einigen Jahren zwar eine Wiederbelebung, allerdings mit mäßigem Erfolg.
Hand aufs Herz: Wissen Sie, dass die Steiermark heute ihren Landespatron, den Heiligen Josef, hochleben lässt? Wenn Sie keine Kinder haben, die sich über einen schulfreien Tag freuen dürfen, vermutlich nicht. Schon in den 1960er-Jahren wurde am Image des von Maria Theresia eingeführten Landespatrons gekratzt, 1968 wurde der Josefitag als gesetzlicher Feiertag gestrichen. In den 1990er-Jahren nahm man schließlich auch den Landes- und Magistratsbeamten den freien Tag weg.
Der damalige ÖVP-Landeshauptmann Christopher Drexler versuchte im Vorjahr – im Vorfeld der Landtagswahlen – eine Wiederbelebung, trommelte am Vorabend des Josefitags zur großen Steiermark-Rede in die Alte Uni. Absingen der Landeshymne, steirische Folklore, viel Prominenz, aber mehr gesellschaftliche Relevanz brachte der weiß-grüne Neuanstrich nicht.
Erfrischender Zugang: Die Jugend spricht
In diesen Minuten trifft sich die Landesregierung wieder in der Alten Universität in Graz zum Festakt. Pompös inszenierte Grundsatzrede ist keine zu erwarten, vielmehr begrüßen Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) und Stellvertreterin Manuela Khom (ÖVP) steirische Jugendliche. Dass den Festvortrag mit Viola Schnepfleitner aus Bad Aussee die Gewinnerin des Landesredewettbewerbs zum Thema „Unsere Steiermark, unsere Heimat, unsere Zukunft – was die Jugend bewegt“ hält, ist ein erfrischender Zugang. Vielleicht kann so eine Neuinterpretation des 19. März gelingen – wenn Jugendliche und nicht Politiker ihre Ideen fürs Land vorbringen.
Einen schönen Josefitag, wenn Sie ihn begehen!
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