Kollegen in Angst

Forscher drehte durch: Panik in Antarktis-Station

Wissen
18.03.2025 11:08
Porträt von krone.at
Von krone.at

Monatelang im ewigen Eis, auf verhältnismäßig engen Raum – das dürfte einem Forscher in der Antarktis-Station Sanae IV nun zu viel geworden sein. Er rastete aus, seine Kollegen riefen um Hilfe.

Ein Mitglied des neunköpfigen Teams, das auf der abgelegenen Basis Sanae IV stationiert sei, habe den Vorfall am 27. Februar in einer E-Mail gemeldet, teilte das südafrikanische Ministerium für Forstwirtschaft, Fischerei und Umwelt mit. Dabei soll es zu körperlichen Übergriffen und sexueller Belästigung gekommen sein.

Täter zeigte Reue
Nach Eingang der E-Mail sei umgehend ein Prozess durch geschulte Fachkräfte eingeleitet worden, um zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln, sagte das Ministerium. Der mutmaßliche Täter habe sich demnach bereitwillig einer psychologischen Untersuchung unterzogen, Reue gezeigt und sei bereit, alle empfohlenen Maßnahmen zu befolgen. „Er hat sich schriftlich bei dem Opfer entschuldigt und ist bereit, sich mündlich bei allen Mitgliedern des Stützpunkts zu entschuldigen“, hieß es in der Mitteilung.

Ministerium: Kein Anlass, Mitglieder zu evakuieren
Zusätzlich sei nach Angaben des Ministeriums ein längerfristiger Interventionsprozess eingeleitet worden, um ein gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen und aufrechtzuerhalten. Spezialisten seien täglich mit der Crew in Kontakt. Auch sei ein arbeitsrechtliches Verfahren eingeleitet worden, um die Vorwürfe des körperlichen Übergriffs und der sexuellen Belästigung zu untersuchen. Anlass, Mitglieder des Teams von der Basis zu evakuieren, gäbe es derzeit nicht, hieß es seitens des Ministeriums.

Südafrika ist das einzige afrikanische Land, das in der Antarktis eine Forschungsstation unterhält. Die Wissenschaftler waren am 1. Februar aus Kapstadt zur Sanae IV Station aufgebrochen und planen, dort für einen Zeitraum von etwa 13 Monaten unter extremen Wetterbedingungen und harschen Lebensbedingungen zu überwintern.

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