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Also ehrlich… | Blau-schwarzer Sandkasten

Also ehrlich… Bundeskanzler samt EU- und Medien-Agenden, Innenministerium, Finanzministerium – alle Macht soll, so heißt es aus blau-schwarzen Koalitions-Verhandlerkreisen, offensichtlich in FPÖ-Händen kommen, die ÖVP dafür mit Wirtschaft, Außen, Landwirtschaft und Soziales abgespeist werden. Das schmeckt den schwarzen Verhandlern so gar nicht. Nachdem Dienstag Abend nach Vorliegen der Kickl-Vorschläge ein rasch einberufener Parteivorstand ÖVP-Chef Christian Stocker den Rücken gestärkt hatte, richteten sich Blaue und Schwarze am Mittwoch öffentlich nicht gerade Freundlichkeiten aus. Herbert Kickl postete, es gehe nicht um „Posten und Macht“, sondern – unter anderem – um „einen ehrlichen Kampf gegen die Teuerung“ und „eine ehrliche Migrations- und Sicherheitspolitik“. Die ÖVP konterte, sie habe sich dazu entschieden „ehrlich und konstruktiv mit der FPÖ über die Bildung einer Regierung zu verhandeln“. Vieles konnte gelöst werden, wichtige Punkte seien aber noch offen, daher habe das Facebook-Posting Kickls „überrascht“. Tja, ehrlich, um das vielstrapazierte, vielmissbrauchte Lieblingswort auf beiden Seiten zu übernehmen: Also ehrlich, geht‘s noch?

Blau-schwarzer Sandkasten. Im Politsprech nennen sie es „rote Linien“, wenn sie in Verhandlungen ihre Position nicht verlassen wollen. Im (kindlichen oder kindischen)  Sandkasten heißt das: „Nein, mein Schauferl bekommst du nicht!“ Was – im Sandkasten – dann für gewöhnlich folgt: Man wird laut, streut Sand (manchmal in die Augen der Zuschauer), schlägt einander mit Schauferl und Rechen. Es fließen Tränen. Am Ende geht man zerstritten auseinander. Oder versöhnt sich doch noch. All diese Sandkastenassoziationen drängen sich dieser Tage beim offenbar eskalierenden Kampf der blauen und schwarzen Koalitionsverhandler auf. Die lassen uns sogar vermuten, dass sie nicht nur mit Wasser und Sand, sondern auch mit Zement hantieren. Was diese Mischung ergibt, kennt man ja: Beton. Beide Koalitionsverhandler-Seiten sind mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem es anscheinend keine Beweglichkeit mehr gibt. Sie haben sich einbetoniert. Wenn aus Blau-Schwarz noch etwas werden soll, dann werden wohl beide Seiten den Beton ins Bröckeln bringen, Schauferln und Sandkübel zurückziehen und aufeinander zugehen müssen. Das halten viele, die derzeit das Schauspiel im Sandkasten beobachten, immer noch für möglich. Doch selbst wenn man sich noch einigt:  Kampfschauferln und Sandkübel werden mit auf eine blau-schwarze Regierungsbank wandern. Um allzeit einsatzbereit zu bleiben…

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

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